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Ein weiterer Schub für den Tourismus wird vom neuen Abenteuerspielplatz ausgehen. Er wird am Fuß des Baumwipfelpfad-Turms gebaut. Foto: Biesinger
Ein weiterer Schub für den Tourismus wird vom neuen Abenteuerspielplatz ausgehen. Er wird am Fuß des Baumwipfelpfad-Turms gebaut. Foto: Biesinger
Das Waldbadezimmer auf dem Sommerberg wird gut angenommen, berichtet Revierförster Andreas Wacker (Zweiter von links) den Stadträten. Foto: Biesinger
Das Waldbadezimmer auf dem Sommerberg wird gut angenommen, berichtet Revierförster Andreas Wacker (Zweiter von links) den Stadträten. Foto: Biesinger
DieWaldarbeiter Peter Göschl, Alexander Popatenko, Martin Haag und Matthias Mössinger (von links) haben eine Tanne gefällt, die nach Japan verschifft wird. Foto: Biesinger
DieWaldarbeiter Peter Göschl, Alexander Popatenko, Martin Haag und Matthias Mössinger (von links) haben eine Tanne gefällt, die nach Japan verschifft wird. Foto: Biesinger
16.05.2019

Bad Wildbader Sommerberg im Wandel: Stadträte machen sich Bild von aktueller Situation

Bad Wildbad. Auf dem Bad Wildbader Sommerberg tut sich was: Baumwipfelpfad, Hängebrücke oder Märchenweg haben aus dem einstigen Wirtschaftswald einen „touristischen Hotspot“ gemacht. Für die Stadt, aber vor allem auch für den Forst, stellen die veränderten Bedingungen eine enorme Herausforderung dar.

Neben dem Holzeinschlag müssen sich die Förster nun auch um Toilettenhäuschen, die Räumung von Wegen oder um die Platzierung eines Abenteuerspielplatzes kümmern. Nicht selten sind sie auch ein mobiles touristisches Auskunftsbüro.

Die Bad Wildbader Stadträte machten sich am Mittwoch vor Ort ein Bild vom aktuellen Geschehen auf ihrem Hausberg. Angeführt wurden sie von Sommerberg-Revierförster Andreas Wacker, seinem Kollegen Werner Hildinger vom Nachbarrevier Sprollenhaus und von Tobias Volg, Leiter des Forstbezirks Calmbach der Abteilung Waldwirtschaft im Landratsamt Calw. Zu folgenden Themen nahmen sie Stellung:

Erholungswald/Wirtschaftswald: „Vor sechs Jahren war hier noch nichts anderes als Wald“, sagt Wacker und deutet auf den Eingangsbereich des Baumwipfelpfads. Dort ist eine Holzummantelung für weitere Toiletten entstanden. Neben einem um 1 400 Festmeter reduzierten Holzeinschlag bedeute der Tourismus auf dem Sommerberg für ihn und seine vier Waldarbeiter einen zusätzlichen „Riesenaufwand“. 938 Arbeitsstunden waren die städtischen Waldarbeiter im vergangenen Jahr im Bereich Tourismus eingesetzt. Auf dem Sommerberg gibt es eine Trennung zwischen einem Naturschutzbereich und einem Gebiet, das dem Tourismus vorbehalten ist. Dies sei auch zwingend notwendig, so Wacker. Künftig soll diese Trennung noch strikter gehandhabt werden. Im Rahmen des Rotwildkonzeptes Nordschwarzwald entstehen Rückzugsorte für Wildtiere. „Der Sommerberg entwickelt sich nicht unkoordiniert weiter“, so Bürgermeister Klaus Mack. Bad Wildbad sei landesweit beispielhaft dafür, wie Touristik- und Naturschutz-Belange unter einen Hut gebracht würden.

Abenteuerspielplatz: Am Fuße des Baumwipfelpfad-Turms wird von der Erlebnisakademie, dem Betreiber des Baumwipfelpfads, im Moment ein Abenteuerspielplatz gebaut. Über 20 neue Spielgeräte entstehen auf dem Gelände, die Einweihung ist im Sommer geplant. Künftig soll der Abenteuerspielplatz von Ostern bis Oktober geöffnet sein. Die Verkehrssicherungspflicht auf dem Waldspielplatz gehe an den Betreiber über, erläutert Wacker. Wo genau sich die Gastronomie dafür befinden wird, ist noch offen. Einige Stadträte pochen darauf, dass sie im Innern des Gebäudes untergebracht wird.

Bikepark: „Wir stehen zum Bikepark, aber er muss neu ausgerichtet werden“, machte Mack deutlich. Das Pachtverhältnis mit dem derzeitigen Pächter werde aufgrund des jahrelang ausgefochtenen Rechtsstreits nicht verlängert. Am Fuße einer maroden hölzernen Startrampe machte der Rathauschef deutlich, dass einige Teile der Bikepark-Infrastruktur veraltet seien. „Da muss sich unbedingt was tun“, so Mack.

Japantanne:

Eigens für die Stadträte demonstrierten die vier Waldarbeiter die Fällung einer 150 Jahre alten Tanne, die bald nach Japan geschickt wird. Dort ist das Bad Wildbader Holz nämlich ein gefragter Rohstoff, der Geld in die Kasse der Kurstadt spült. Gelagert werden die wertvollen Bäume im Eyachtal. Von dort aus werden sie auf die Reise ins Land der aufgehenden Sonne geschickt, wo sie unter anderem zu Grabtafeln verarbeitet wird.