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Aufgrund der Corona-Pandemie gilt im Freibad in Mühlacker ein strenges Hygiene-Konzept.  Foto: PZ-Archiv 
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Hinweisschilder zum korrekten Verhalten finden sich derzeit überall im Gelände des Freibads. 
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Matthias und Eszter Donath mit ihren Kindern Lukas und Nina nutzten das gute Wetter am Wochenende für einen Besuch im Bad. Die Dürrmenzer hatten es nicht weit. 
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Die Badegäste Stefan Neuberger, Helga Neuberger und Gabriele Castan (von links) gehören schon seit Jahren zu den regelmäßigen Schwimmern. Sie lassen sich von Corona nicht abschrecken. 

Badespaß trotz vieler Regeln: Gäste im Freibad Mühlacker nehmen die Situation gut an

Mühlacker. Bei sommerlichen Temperaturen zeugen am Wochenende die rot-weiß-gestreiften Absperrbänder im Mühlacker Freibad davon, dass die Corona-Pandemie einen normalen Bade-Besuch derzeit unmöglich macht. Denn wo im Schnitt rund 4000 Besucher das beliebte Senderstädter Bad bevölkern, greift derzeit ein strenges Reglement. Das Beachvolleyballfeld, der Bolzplatz, Tischtennis und das Basketballfeld sind mit dem wehenden Band abgesperrt. Und auch die beliebte Rutsche ins Wasser darf nicht benutzt werden.

„Wir geben als Team alles, um unseren Besuchern nach bestem Wissen und Gewissen den Freibadbesuch so angenehm wie möglich zu gestalten“, sagt der Bäderbetriebsleiter Andreas Pfisterer, der sich mit den ersten drei Tagen seit Wiederöffnung des Bads den Umständen entsprechend zufrieden zeigt.

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Nur 300 Besucher pro Schicht

Maximal 300 Besucher dürfen pro Zeitfenster von 9 bis 12 Uhr, von 13 bis 16 Uhr und schließlich von 17 bis 20 Uhr in das Bad. Dafür müssen die Tickets zuvor online auf der Homepage der Stadtwerke gelöst werden (die PZ berichtete). „Dadurch können wir exakt nachverfolgen, wer im Bad war“, erklärt Pfisterer den Hintergrund. Und es fühlt sich schon seltsam an, an einem Sommertag mit Maske ins Freibad zu gehen, Hände zu desinfizieren und darauf bedacht zu sein, dass 1,5 Meter Abstand gewahrt bleiben.

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„Die Freude unserer Badegäste ist dennoch riesig und sie halten sich an die Auflagen“, so Pfisterer. „Es ist wunderschön, wieder schwimmen zu können“, bestätigt auch Matthias Donath. Der designierte neue Feuerwehrkommandant in Mühlacker hat mit seiner Frau Eszter und den Kindern Nina (8 Jahre) und dem Fünfjährigen Lukas am Samstag getestet, ob die Kinder noch ihre Schwimmkünste beherrschen. Denn Lukas hat erst kurz vor dem Corona-Ausbruch Schwimmen gelernt. „Ich kann jetzt das Schwimmen noch besser lernen“, sieht Nina sogar einen kleinen Vorteil darin, dass die beliebte Rutsche gesperrt ist. Im Wasser komme man sich durch die vorgegebenen Bahnen, in denen alle in eine Richtung schwimmen müssen, nicht mehr in die Quere, kann auch Eszter Donath der Einschränkung etwas Positives abgewinnen.

Viele Stammgäste

Als „Freibadflotte“ treffen sich seit 17 Jahren die beiden Illinger Helga und Stefan Neuberger mit der Dürrmenzerin Gabriele Castan und weiteren zwölf Freunden zum gemeinsamen Schwimmen undspäter zum Kaffeetrinken am Kiosk. Mit der neuen Bezahltechnik im Internet müsse man sich erst vertraut machen, berichtet Stefan Neuberger. Das klappte dank seines Schwiegersohnes aber schon ganz gut.

Seit dem Jahr 2011 führt Johann Margaritis den Freibadkiosk. Sein Sohn Ilias hilft ihm dabei. „Wir wollen für unsere Stammgäste da sein“, sagt er, auch wenn der Aufwand für 900 Badegäste am Tag genauso hoch sei wie für 4000 Gäste.

Und wenn man vor dem Kiosk an seinem Kaffee schlürft und den Blick auf das Gelände schweifen lässt, fehlt schon das quirlige Freibadleben. „Ich muss euch jetzt rauschmeißen“, sagt Andreas Pfisterer humorvoll eine Viertelstunde vor 12 Uhr. Die nächste Schicht mit neuen Badegästen steht schließlich an.