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Streiks im Bahnverkehr sind angedroht.
Streiks im Bahnverkehr sind angedroht. © Symbolbild: dpa
25.10.2010

Bahn-Streiks in Karlsruhe und Stuttgart möglich

BERLIN/PFORZHEIM/ENZKREIS. Die Gewerkschaften machen in der komplizierten Tarifrunde der Bahnbranche ernst und bestreiken am Dienstag Regional- und Fernverkehr. Vor allem die Regionen Karlsruhe und Stuttgart sollen betroffen sein.

Die Beschäftigten der Deutschen Bahn sowie von Privatbahnen sind heute ab 3 Uhr in der Nacht zu Warnstreiks aufgerufen. „Bundesweit sind erhebliche Störungen im gesamten Schienenverkehr zu erwarten“, teilten die Gewerkschaften Transnet und GDBA mit. In Baden-Württemberg sind laut GDBA vor allem die Regionen Karlsruhe und Stuttgart betroffen. Am Hauptbahnhof Stuttgart soll der Fernverkehr bis in den späten Vormittag lahmgelegt werden. „Unser Ziel ist es, dass zwischen 5 und 8 Uhr kein Intercity oder ICE den Hauptbahnhof Stuttgart verlässt“, kündigte GDBA-Sprecher Hans-Peter Hurth an. Andere Schwerpunkte des Streiks sind Bayern und – als Zentrum der Aktionen –das Rhein-Main-Gebiet.

Inwieweit auch der Regionalverkehr zwischen Stuttgart und Karlsruhe und damit auch Pforzheim und Enzkreis betroffen sind, war gestern nicht absehbar. DB-Sprecher Martin Schmolke sagte: „Wir sind aber auf Ausfälle eingestellt.“ Die DB will dafür sorgen, dass zusätzliche Mitarbeiter eingesetzt werden.

Bundesweit ist mit erheblichen Störungen im gesamten Schienenverkehr zu rechnen, teilten die Gewerkschaften Transnet und GDBA gestern mit. Die beiden Gewerkschaften verhandeln seit einigen Wochen mit sechs Privatbahnen sowie der DB über einheitliche Tarifstandards. Die Unternehmen boten derweil eine Schlichtung an.iFür Fahrgäste gibt es Informationen über ihre Strecke und mögliche Streiks über die kostenlose Servicenummer (08000) 99 66 33Die gelben Stadtbahnen in der Region Nordschwarzwald dagegen sollen fahren. Davon jedenfalls ging Reinhard Rothfuß aus. Er ist Eisenbahnbetriebsleiter bei der Albtalverkehrsgesellschaft (AVG), die die Linien rund um und durch Pforzheim betreibt. „Wir werden nicht bestreikt“, sagte er. Ganz sicher konnte Rothfuß sich allerdings nicht sein. Immerhin sind auf den Stadtbahnen heute rund 40 Lokführer im Einsatz, die sich die AVG von der Deutschen Bahn (DB) ausgeliehen hat. In welcher Gewerkschaft sie organisiert sind, wisse man nicht: „Das ist für uns reines Glücksspiel“, sagte Rothfuß, blieb aber optimistisch: „Streiks konzentrieren sich zu Beginn immer auf die großen Bahnhöfe. Da wo es richtig weh tut, wir aber nicht dazugehören.“