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Klick: Ein Goldschakal, der im Nationalpark Bayerischer Wald von einer Wildkamera fotografiert wurde. Schakale sind in Deutschland bereits bis hinauf nach Schleswig-Holstein nachgewiesen worden. Foto: Nationalpark Bayerischer Wald/LfU/dpa

Bald auch im Enzkreis erwartet: Goldschakale auf dem Vormarsch

Enzkreis. „Alles nur eine Frage der Zeit“, meint der Wildtierbeauftragte des Enzkreises: Im vorliegenden Fall bezieht sich Bernhard Brenneis mit der Aussage ausnahmsweise nicht auf eine mögliche Rudelbildung von Wölfen im Nordschwarzwald, sondern auf den Goldschakal.

Der ist in Europa alles andere als selten: Experten schätzen, dass es auf dem Kontinent mittlerweile an die 120.000 Exemplare gibt. Für Schafzüchter in der Region kündigt sich damit eine weitere Bedrohung an. Zwar ist der Goldschakal als eine Art Allesfresser auch mit Beeren, Mais, Amphibien, Fischen oder Mäusen zufrieden. Doch Gelegenheit macht Diebe: Auch Schafe müssen auf der Hut sein. Allerdings ist der Goldschakal beileibe nicht so groß wie ein ausgewachsener Wolf, aber immerhin etwas größer als ein Fuchs. Mit Letzterem kann man ihn offensichtlich auch rasch verwechseln. Tatsächlich wurde am 28. Juli zurückliegenden Jahres eine Fotofalle in Eisingen ausgelöst. Der Hinweis in der Wildtiermonitoring-Datenbank des Landes lautete: „Verdacht auf Goldschakal.“ Der bestätigte sich zwar nicht, weil es sich um einen Fuchs handelte, aber dass in der Region beizeiten Schakale auftauchen werden, gilt schon deshalb als sicher, weil er in Deutschland längst nachgewiesen werden konnte.

Im Enzkreis hat Brenneis allerdings noch kein Exemplar gesehen, wohl aber auf einer Studienreise in Griechenland. Vermutet wird, dass die Tiere über den Balkan nach Mitteleuropa kommen. Aber auch andere Routen über Osteuropa werden für möglich gehalten. Obwohl sich das Tier flächendeckend über Teile des Kontinents verteilt habe, so der Wildtierbeauftragte, spiele es in der öffentlichen Wahrnehmung kaum eine Rolle – ganz anders als der Wolf. Mit dem Schakal bringe man am ehesten Hieroglyphen im alten Ägypten in Verbindung und denke an den charakteristischen Kopf von Anubis, dem Gott der Totenriten und Mumifizierung. Brenneis ermuntert, Wildtiermanagement als dynamischen Prozess zu betrachten. Alles sei fortlaufend im Umbruch. Sich auf neue Tiere in Flur und Wald einzustellen, sei nötig.

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