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Greifen in Calws Krankenhausdebatte ein: Kai-Uwe Kühn (Mitte), der neue Chefarzt des Klinikums Nordschwarzwald und Zentrums für Psychiatrie (ZfP), mit dem Medizinischen Direktor Gunther Essinger (links) und Geschäftsführer Michael Eichhorst.
Greifen in Calws Krankenhausdebatte ein: Kai-Uwe Kühn (Mitte), der neue Chefarzt des Klinikums Nordschwarzwald und Zentrums für Psychiatrie (ZfP), mit dem Medizinischen Direktor Gunther Essinger (links) und Geschäftsführer Michael Eichhorst.
27.08.2017

Bangen um die Intensivmedizin in Calw

Calw. Kai-Uwe Kühn ist ein Mann der klaren Worte. Sollte eine Intensivversorgung im Calwer Krankenhaus nicht mehr möglich sein, sei das für das Klinikum Nordschwarzwald nicht akzeptabel, sagt der Professor für Psychiatrie und neue Chefarzt im Zentrum für Psychiatrie (ZfP).

Schon allein die Verlagerung der Calwer Klinik von ihrem jetzigen Standort in das Gewerbegebiet Stammheimer Feld ist dem Klinikum, oberhalb von Hirsau gelegen, ein Dorn im Auge. Zwar verlängern sich die Fahrzeiten allenfalls nur um ein paar Minuten. Bei Herzinfarkten oder Schlaganfällen kommt es aber auf jede Sekunde an. Für Kühn ist das eindeutig eine Verschlechterung der Versorgungsqualität.

Auch für den Medizinischen Direktor Gunther Essinger und Geschäftsführer Michael Eichhorst ist dies keineswegs ideal. Denn schwer kranke demente Patienten, wie sie in der Klinik für Alterspsychiatrie und Psychotherapie in Hirsau untergebracht sind, leiden an bis zu zehn Erkrankungen. Dazu zählen oftmals Herzinsuffizienzen und Schlaganfälle, erläutert Kühn. Da sei die Nähe einer Intensivstation genauso unabdingbar wie eine darüber hinaus gehende internistische Versorgung, so Kühn.

Der Chefarzt nennt ein weiteres Beispiel. Aus einer Pforzheimer Klinik sei eine junge Frau mit massiven Essstörungen an das ZfP überwiesen worden. Da multiples Organversagen drohte, konnte die Patientin in Hirsau nicht aufgenommen werden. Sie brauchte die unmittelbare Nähe zu einer Akutklinik. In ihrem Fall war das jetzige Krankenhaus Calw schon zu weit weg. Sie wurde in den ZfP-Standort Böblingen eingewiesen, der sich im dortigen Krankenhaus befindet. Essinger erinnert in diesem Zusammenhang an inzwischen begrabene Pläne, ein neues Calwer Krankenhaus auf dem Gelände des Klinikums Nordschwarzwald zu bauen. Für das ZfP wäre das der Idealfall gewesen.

Forderungen an den Kreis

In seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause hatte der Calwer Kreistag wichtige Weichen zum Krankenhauskonzept gestellt. Vorgesehen ist neben der Sanierung der Nagolder Kliniken der Neubau des Calwer Krankenhauses samt Gesundheitscampus. Mit dem Bau soll im Herbst 2018 begonnen werden. Im ZfP wiederum wird im Herbst mit dem Bau der Gerontopsychiatrie begonnen.