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Für das Wohngebiet „Buchberg III/Lebenshilfe“ in Neuenbürg soll das Punkte-Vergabesystem angewandt werden. Foto: Meyer
Für das Wohngebiet „Buchberg III/Lebenshilfe“ in Neuenbürg soll das Punkte-Vergabesystem angewandt werden. Foto: Meyer
Helge Viehweg
Helge Viehweg
16.08.2018

Bauplätze sind rar: Nach diesem Punkte-System werden jetzt Grundstücke vergeben

Neuenbürg/Straubenhardt. Bauplätze gibt es bekanntermaßen nicht wie Sand am Meer – auch im Enzkreis sind sie rar. Interessenten, die sich ihren Wunsch vom Eigenheim verwirklichen wollen, werden alle Mal nicht weniger.

Die Stadt Neuenbürg und die Gemeinde Straubenhardt haben sich deshalb nun etwas Neues für die Zuteilung der Bauplätze im Wohngebiet „Buchberg III/Lebenshilfe“ und im Baugebiet „Steigbrunnen-Erweiterung“ ausgedacht: Ein Punktesystem, auf dessen Grundlage entschieden wird, wer einen Platz für das neue Zuhause erhält.

Hier können Bauwillige je nach Lebenslage verschiedene Kriterien erfüllen und Punkte ergattern. Sei es durch die Tatsache, dass der Hauptwohnsitz bereits in der Kommune gemeldet ist oder aber auch, dass die Bewerber beispielsweise Eltern sind. Doch es gibt nicht nur Kriterien, die einem zugutekommen können: Auch Minuspunkte können vergeben werden – so etwa bei Mitwirkenden, die bereits Eigentümer von bebauten Grundstücken sind.

[ Hier gibt's die Liste mit allen Pro- und Contra-Kriterien sowie der Anzahl der Punkte, die für diese Kriterien vergeben werden ]

Am Ende scheint die neue Vorgehensweise simpel: Je mehr Punkte auf dem eigenen Konto gesammelt werden können, desto höher sind die Chancen bei der Vergabe des Grundstückes.

Diskriminierung vermeiden

Doch im Gegenteil: Das neue System sei keine einfache Sache, sagt Straubenhardts Bürgermeister Helge Viehweg auf PZ-Nachfrage. „Sie dürfen niemanden ohne Grund benachteiligen, aber Sie dürfen eben auch niemanden einfach bevorzugen, zum Beispiel Einheimische“, erklärt er die Thematik. Wenn man sich als Verwaltung für ein solches System entscheide, müsse man gut abwägen, wie die Kriterien für die Vergabe der Grundstücke bestimmt werden. „Ich glaube, dies ist uns gelungen,“ sagt Viehweg. Das liege daran, dass in Straubenhardt das System nicht nur Vorteile für die eigenen Bürger habe, „denn dann würden wir gegen Vorgaben verstoßen und ohne einen berechtigten Grund andere ausschließen“, so der Bürgermeister. „Unser Punktesystem lässt die Interessen der Gemeinde erkennen, beispielsweise, dass Kinder und Familien gefördert werden – aber eben unter Ausschluss von Benachteiligung Anderer. Dies ist immer ein Stück weit eine Gratwanderung.“ Ob Straubenhardt das Verfahren auch künftig anwenden wird, hänge von verschiedenen Faktoren ab, die Viehweg bislang noch nicht abschätzen könne – ein wichtiger Faktor sei dabei vor allem die Nachfrage. „Die Erfahrung wird zeigen, wie das System funktioniert“, sagt er.

Auch Neuenbürg vergibt Bauplätze erstmals nach Punkten. Um eine Auswahl unter den zahlreichen Bewerbern treffen zu können, heißt es in der entsprechenden Beschlussvorlage, entschied sich der Gemeinderat hierfür. Bürgermeister Horst Martin wurde von der Redaktion für eine Stellungnahme nicht erreicht.

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