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18.000 bis 20.000 Fahrzeuge fahren pro Tag auf der B294 durch Bauschlott. Die Lärmbelastung regt die Bürger schon lange auf.
18.000 bis 20.000 Fahrzeuge fahren pro Tag auf der B294 durch Bauschlott. Die Lärmbelastung regt die Bürger schon lange auf. © Symbolbild: dpa
03.10.2016

Bauschlotter ärgern sich über ewigen Verkehrslärm

Neulingen. Seit rund zwei Jahrzehnten wird im Neulinger Teilort Bauschlott über eine Ortsumgehung diskutiert. Kein Wunder, belasten doch jetzt täglich 18.000 bis 20.000 Fahrzeuge auf der Bundesstraße durch den Ort die Anwohner. Wie stark der Verkehrslärm und die Abgase den Bürgern auf die Nerven gehen, wurde jetzt wieder im Bauschlotter Gasthof „Adler“ bei der Informationsveranstaltung deutlich, die der Landtagsabgeordnete Erik Schweickert (FDP) initiiert hatte.

„Ich bin 66 Jahre alt, erlebe ich es überhaupt noch, dass der Krach von den Autos einmal aufhört?“, machte eine Anwohnerin der B294 im proppenvollen Nebenzimmer des Gasthauses ihrem Ärger Luft.

Wie die PZ bereits berichtete, sieht Schweickert bessere Chancen als bisher für eine Umfahrung, wenn die Gemeinde Neulingen sowie die Städte Bretten und Bruchsal ihre Überlegungen für örtliche Umgehungen insgesamt als Achse zwischen der A5 bei Bruchsal und der A8 Pforzheim-Nord verstehen. Die neue Richtlinie für den Ausbau der Landstraßen fordert bei solchen Strecken zwischen zentralen Punkten der Bundesfernstraßen einen flüssigen Verkehr – vor allem mit dreispurigen Landstraßen, die abwechselnd zweistreifige Bereiche zum raschen und gefahrlosen Überholen haben.

„Da habe ich aber die Sorge, dass dann noch mehr Verkehr von den Autobahnen durch Bauschlott kommt“, befürchtete ein Mitglied des Gemeindeverbands Neulingen/Ölbronn-Dürrn. Die vom Bund bisher provisorisch ins Auge gefasste Umfahrungslinie über Felder beim Auenhof Richtung Bretten hat jedoch auch Schattenseiten: „Wie sieht denn dort der Lärmschutz für meinen Hof aus?“, fragte ein Landwirt. Betroffen seien bei dieser Variante rund 290 Anwesen, so ein Bürger. „Wir sollten uns dafür einsetzen, dass auf der Straße durch Bauschlott Tempo 30 angeordnet wird“, setzte sich ein Anwohner für kurzfristig mögliche Verbesserungen ein.

Die Rathauschefs der drei Kommunen, Michael Schmidt (Neulingen), Martin Wolff (Bretten) und Cornelia Petzold-Schick (Bruchsal), kündigten im „Adler“ an, dass sie weiter gemeinsam am Ball bleiben wollen. So schnell werde sich beim Bund und dem Land aber nichts tun, sagte Petzold-Schick. Zudem steht weder in Bruchsal noch in Bretten fest, wo genau die Umgehungen verlaufen sollen. Die massiv belastete Stadt Bretten müsse ihre Ideen auch ohne die anderen beiden Kommunen vorantreiben, sagte Oberbürgermeister Wolff. Schweickert und sein Parteifreund Christian Jung aus dem Landkreis Karlsruhe wollen sich für einen besser befahrbaren Streckenzug von der A5 zur A8 einsetzen. Die 66-jährige Anwohnerin aus Bauschlott dürfe nicht erst im hohen Alter eine Umgehung erleben, sagte Erik Schweickert schmunzelnd zu ihr.