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Kein schöner Anblick: Die Dreckberge in der Ortsmitte werden Schömberg noch erhalten bleiben.
Kein schöner Anblick: Die Dreckberge in der Ortsmitte werden Schömberg noch erhalten bleiben.
17.09.2016

Baustart der Neuen Mitte in Schömberg verzögert sich – Investor verweist auf Umplanungen

Schömberg. Eigentlich hätte er im August endlich über die Bühne gehen sollen: Der lang angekündigte Spatenstich für Schömbergs Neue Mitte. Aber der Termin verstrich – und es tat sich wieder einmal nichts. Das könnte nach PZ-Informationen auch noch eine ganze Weile so bleiben. Hinter den Kulissen ist von einer Verschiebung um zwei Monate die Rede. Es gibt aber auch die Vermutung, dass sich vor dem nächsten Frühjahr wohl nichts tun werde. Investor Harry Krause von der Bayreuther Krause-Gruppe hüllt sich zu den Hintergründen in Schweigen. Es könne sein, dass Umplanungen nötig würden, sagt er vage – und kündigt für nächste Woche weitere Informationen an.

Nur noch ein Mieter?

Nach Recherchen der PZ könnte es sich darum handeln, dass in das Einkaufszentrum nun doch nur ein Mieter einziehen soll. Nach der aktuellen Planung waren eigentlich Rossmann und Edeka vorgesehen – nun ist wohl nur noch Edeka übrig geblieben. Aber wie gesagt: Mit offiziellen Stellungnahmen hält sich die Krause-Gruppe zurück. Auch Edeka Südwest möchte sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern.

Und so heißt es in Sachen Neue Mitte mal wieder: abwarten. Die Krause-Gruppe hat das 20 000 Quadratmeter große Areal im Jahr 2011 für rund 550 000 Euro gekauft. Auf dem Gelände sollten ein Einkaufszentrum und Seniorenwohnungen entstehen. Die Planungen mussten jedoch mehrfach geändert werden – und so blieb von der ursprünglich ansprechenden Architektur des Fachmarktes nur noch ein relativ einfacher Zweckbau übrig. Der Gemeinderat gab grünes Licht für die Änderungen, da man auf einen baldigen Baustart hoffte. Der Spatenstich war zunächst für die Zeit nach Ostern angekündigt, aber bis heute tut sich auf dem Gelände nichts. Seit dem Kauf des Geländes hat die Krause-Gruppe lediglich die alten Gebäude abgerissen. Kosten: eine Million Euro.

Diese Maßnahme wurde übrigens komplett durch Zuschüsse der Gemeinde und des Landes finanziert, weil das Gelände zum Gebiet der Ortskernsanierung gehört. Die Gemeinde hat jedoch ein kleines finanzielles Druckmittel in der Hand: Bisher wurde lediglich die Hälfte der Zuschüsse ausgezahlt. Eine weitere Rate fließt erst, wenn das Einkaufszentrum steht – der Rest wird bei Fertigstellung der Wohnungen fällig.

Manche verlieren die Geduld

Eigentlich ein Anreiz, mit dem Bau zu beginnen. Aber bei der Krause-Gruppe, die landesweit in zahlreichen ähnlichen Projekten engagiert ist, ist die lange Dauer des Verfahrens keine Seltenheit. Mehrere Jahre war der Investor am ehemaligen Schenk-Areal in Maulbronn interessiert. Vor einigen Monaten ist man jedoch ausgestiegen, weil die Sanierungskosten des Geländes unkalkulierbar seien. Auch im ehemaligen Mühlehof in Mühlacker ist die Krause-Gruppe aktiv. Nachdem aber Hauptmieter abgesprungen sind, muss der Investor nun bis zum Jahresende neue Interessenten suchen. Sollte das nicht gelingen, könnte die Stadt die Reißleine ziehen. Die Stadt St. Georgen hat diesen Schritt getan und sich von der Krause-Gruppe getrennt, auch in Neumarkt in Bayern verlor man irgendwann die Geduld. Andere Städte harrten aus und es ging nach langen Jahren des Wartens tatsächlich los. So fiel im Sommer der Startschuss für die Bebauung des Hecker-Areals in Eppingen. „Ich habe zwischenzeitlich nicht mehr daran geglaubt“, kommentierte der Oberbürgermeister den Spatenstich.