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21.02.2008

Baustellen vor der Datenautobahn

ENZKREIS. In jeder größeren Stadt wird das Internet immer rasanter. Im ländlichen Raum ist das schnelle Netz oft nur ein Traum. Die Gemeinden im Heckengäu marschieren gemeinsam, um mehr Tempo für ihre Anschlüsse zu kriegen.

ENZKREIS. In jeder größeren Stadt wird das Internet immer rasanter. Im ländlichen Raum ist das schnelle Netz oft nur ein Traum. Die Gemeinden im Heckengäu marschieren gemeinsam, um mehr Tempo für ihre Anschlüsse zu kriegen.

Im Internet rasant um die Welt reisen: Websurfer und Geschäftsleute brauchen schnelle Netzzugänge.

Private Internetnutzer und Geschäftsleute schauen in vielen ländlichen Gemeinden in die Röhre. Während in den Städten die Geschwindigkeiten der Netzanschlüsse mächtig in die Höhe schnellen, tröpfeln die Daten aus den Leitungen in den kleinen Kommunen. Die vereinten Bürgermeister der Heckengäugemeinden stehen jedoch vor hohen Hürden, wollen sie das schnelle Internet in ihre Orte holen.

Kupferkabel oder Funk

DSL übers Kupferkabel der Telefonleitung der Telekom oder Funkstrecken vom Kelterner Anbieter Skytron? An dieser Frage erhitzen sich zurzeit die Gemüter in den Heckengäugemeinden. Keiner mag es offen aussprechen – aber den Rathauschefs wäre wohl ein Vertrag mit der Telekom am liebsten. So gingen die Schultes und die Gemeinderäte dem Streit aus dem Weg, ob die Funkstrahlen gesundheitliche Schäden hervorrufen. Das große Problem: Die Gemeinden müssen die Anbieter-Vergabe offen ausschreiben – sie dürfen sich nicht auf eine bestimmte Technik festlegen. „Das ist nach dem Recht der Europäischen Union so festgelegt worden“, sagt Wurmbergs Hauptamtsleiter Jörg-Michael Teply.

Die nächste Baustelle für die Gemeinden: Wer das günstigste Angebot abgibt, muss auch den Zuschlag für die Internetanschlüsse kriegen. Die Krux: Handelt der Heckengäuverband mit der Telekom einen Vertrag über die Breitbandversorgung mit schnellem DSL 6000 aus, so kommt doch ein anderer Anbieter zum Zug, wenn er billiger ist, nur weil er die Raten auf DSL 2000 oder gar nur DSL 1000 heruntersetzt. „Bei Zuschüssen für die Breitbandversorgung im ländlichen Raum hat die Landesregierung nur DSL 1000 als Mindesttempo vorgeschrieben“, sagt Wurmbergs Onlinespezialist Teply.

Acht Gemeinden im Heckengäu wollen endlich auf die Datenautobahn. Im Tiefenbronner Rathaus haben Rathauschefs und Vertreter von Friolzheim, Heimsheim, Mönsheim, Neuhausen, Tiefenbronn, Wiernsheim, Wimsheim und Wurmberg beschlossen, gemeinsam für Breitbandanschlüsse zu kämpfen. „Der Gemeindeverwaltungsverband Heckengäu, zurzeit unter Führung des Wurmberger Bürgermeisters Helmut Sickmüller, soll ein gemeinsames Angebot der Telekom erreichen“, hofft der Tiefenbronner Schultes Friedrich Karl Sämann auf Licht am Ende des langen Tunnels.