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An einen Tisch gesetzt haben sich am Dreikönigstag zahlreiche Bürger aus Darmsbach und den anderen Remchinger Ortsteilen zusammen mit den Flüchtlingen, um miteinander in Kontakt zu kommen. Foto: Zachmann
An einen Tisch gesetzt haben sich am Dreikönigstag zahlreiche Bürger aus Darmsbach und den anderen Remchinger Ortsteilen zusammen mit den Flüchtlingen, um miteinander in Kontakt zu kommen. Foto: Zachmann
07.01.2016

Begegnungsnachmittag in der Darmsbacher Asylunterkunft

Auf einmal war es wie Weihnachten in der Darmsbacher Notunterkunft, auch wenn die wenigsten der 159 Flüchtlinge christlicher Herkunft sind. Viele Bürger aus Darmsbach und den anderen Remchinger Ortsteilen machten sich am Dreikönigstag gemeinsam mit Ehrenamtlichen des Netzwerks „Asyl“ auf den Weg zum Nachmittag der Begegnung und trugen ein Kuchentablett nach dem anderen zu der Ende Dezember in Betrieb genommenen Unterkunft auf dem Piepenbrock-Firmengelände.

Auch am Eingang der Unterkunft waren es ehrenamtliche Darmsbacher, die die Besucher vorbei an den mit Vorhängen geschlossenen Vierer- und Sechser-Schlafkabinen zum großen Speisesaal brachten. „Es war uns ein Anliegen, viele Ortsansässige einzuladen, damit sie sehen, welche Menschen das sind, die hier wohnen und wie sie leben“, erklärte Hans-Werner Huber vom Netzwerk. Flüchtlinge und Remchinger saßen wenig später bunt gemischt auf den Bierbänken, kommen trotz Sprachbarrieren auf Englisch ins Gespräch oder greifen miteinander zu Spielsteinen, bevor Jörg Müller vom Netzwerk und Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon die Gäste begrüßen – durch Dolmetscher übersetzt in Farsi und ins Arabische.

„Neben den Ehrenamtlichen geht mein herzlicher Dank an alle Remchinger: Dass wir es geschafft haben, die Menschen hier so wohlwollend aufzunehmen, macht Mut“, sagt der Bürgermeister und denkt dabei an die heftigen Debatten in derselben Halle kurz nach Bekanntgabe der Entscheidung des Enzkreises. Das diesjährige Motto der Sternsinger „Respekt für dich, für mich, für andere“ sei passender Ansporn. „Bilder brauchen keine Worte und Musik braucht auch keine Worte“, stellte Yvonne Herrmann fest und präsentiert zusammen mit Jugendlichen der Liebenzeller Gemeinschaft Remchingen und weiteren christlichen Gruppen aus Remchingen Teile des Weihnachtsmusicals, per Beamer übersetzt in die Sprachen von Syrien, Afghanistan, dem Irak und Pakistan, woher die meisten der neuen Bewohner kommen. Bewegend ist auch die Melodie, die Rubi, eine Mutter aus Pakistan, am Klavier spielt. Kurz, nachdem der Darmsbacher Roland Müller sie kennengelernt hatte, übte sie bei ihm zu Hause am Klavier und begleitete seine Familie zum Chor.