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Lässt man den Staatswald beiseite gehen im Enzkreis rund 20 Prozent der in einem Jagdjahr getöteten Rehe auf Verkehrsunfälle zurück. Das ist laut dem Enzkreis-Wildtierbeauftragten ein hoher Wert. Foto:  Foto: dpa-Archiv 

Bei Verkehrsunfällen in der Region bleiben viele Rehe auf der Strecke

Enzkreis/Kreis Calw. Tödliche Risiken bestehen derzeit für viele Tiere am Straßenrand. Sie sind nicht in der Lage, die Verkehrssituation richtig einzuschätzen und springen unvermittelt vor oder in ein Fahrzeug. Jäger haben der PZ zuletzt von einem erhöhten Aufkommen an Wildunfällen in der Region berichtet. Deshalb die Rückfrage beim Wildtierbeauftragten des Enzkreises, Bernhard Brenneis. Der in Dobel beheimatete Experte bestätigte den Eindruck zunehmender Unfälle mit Wildtieren. Man müsse sogar feststellen, dass der Enzkreis landesweit mit vorne liege, was die Beteiligung von Wildtieren anbelange.

Zahlen für das aktuelle Jagdjahr gebe es zwar noch nicht. Allerdings seien auch die Daten aus dem Jagdjahr vom 1. April 2018 bis 31. März 2019 aufschlussreich genug. In der genannten Zeit seien im Enzkreis (ohne Staatswald) 1701 Rehe erlegt worden. Weitere 477 Rehe seien als Fallwild aufgrund eines Unfalls mit Todesfolge registriert worden. Zusätzliche 139 Rehe seien als sonstiges Fallwild in die Statistik aufgenommen worden. Das entspreche insgesamt 2317 getöteten Tieren. Der prozentuale Anteil der definitiv im Straßenverkehr verunglückten Exemplare betrage damit 20,6 Prozent. Jedes fünfte Reh im Enzkreis sei im Jagdjahr 2018/19 Opfer eines Verkehrsunfalls geworden. Brenneis sprach von einer bedauerlichen Entwicklung. Zumal zu den Unfällen mit Rehen auch noch Schäden mit anderen Wildtieren kämen, etwa mit Wildschweinen.

Kritisch sehen Experten die blauen Reflektoren an den Straßenrändern. Deren Schutzwirkung wird von vielen geleugnet.

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