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Ein eingespieltes Team sind (von links) Pianistin Andrea Garke, Tenor René Reiling und Sopranistin Sonja Maria Fieger, die in der Königsbacher Kirche ein weihnachtliches Programm boten. Foto: Roller
Ein eingespieltes Team sind (von links) Pianistin Andrea Garke, Tenor René Reiling und Sopranistin Sonja Maria Fieger, die in der Königsbacher Kirche ein weihnachtliches Programm boten. Foto: Roller
29.12.2017

Beim Konzert des „DuoClassico“ in Königsbach darf das Publikum mitsingen

Königsbach-Stein. Augenblick mal: Ist es bei einem Konzert normalerweise nicht so, dass die Sänger ihre Lieder präsentieren und das Publikum ihnen dabei möglichst schweigend zuhört? Sollte man meinen. Aber wenn das „DuoClassico“ auftritt, dann ist das eben kein ganz normales Konzert. Dann dürfen die Zuhörer am Donnerstagabend in der Königsbacher Kirche gleich zu Beginn kräftig mitsingen beim Weihnachtslied „Hört der Engel helle Lieder“. Dann ist das Eis gebrochen und das Konzert der beiden Sänger Sonja Maria Fieger und René Reiling und der Pianistin Andrea Garke kann beginnen.

Arien haben die drei Musiker im Gepäck, romantische Stücke, traditionelle Weihnachtslieder und Swingendes aus dem zurückliegenden Jahrhundert. Eine recht bunte Mischung also, die sie ihrem Publikum fast anderthalb Stunden lang kredenzen. Das darf sich nun entspannt zurücklehnen und Sonja Maria Fieger dabei zuhören, wie sie das einfühlsame „Ave Maria“ von Giullio Caccini mit ihrer vollen, warmen Sopranstimme zum Vortrag bringt. Die leisen Töne sind es, die bei der an der Pforzheimer Opernschule ausgebildeten Sängerin den größten Eindruck hinterlassen. Und die ausladenden Gesten, mit denen sie ihren Gesang unterstützt – egal ob bei den gleichmäßig wiegenden Rhythmen von „Mariä Wiegenlied“ oder den anspruchsvollen musikalischen Figuren in Engelbert Humperdincks Kompositionen. Vor dem Altar, unter dem Weihnachtsbaum, steht Fieger aber nicht allein, sondern zusammen mit René Reiling.

Der Tenor, der seine Ausbildung ebenfalls in Pforzheim absolviert hat, schmettert das Largo aus Händels Oper „Xerxes“ in Richtung Publikum: Kräftig, laut, mitreißend – zumindest beim zweiten Anlauf. Aber er kann auch anders, nämlich ganz zart, ganz leise: Beim Wiegenlied „Schlaf wohl, du Himmelsknabe“ oder bei René Kollos „Weihnachtsfrieden“. Am besten klingen die Stimmen der beiden Sänger zusammen, im stimmungsvollen Duett beim Weihnachtsmedley, bei „Pie Jesu“ aus dem „Requiem“ Andrew Lloyd Webbers oder bei „O holy night“. Als sie ihr Konzert mit Letzterem beenden wollen, spendet das Publikum viel Applaus. So viel, dass – einige tiefe Verbeugungen später – die Zugabe folgt. Weil die nicht ausreicht, muss bei „Stille Nacht“ noch einmal das Publikum ran.