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06.08.2015

Beim Projekt „LIFE rund ums Heckengäu“ wurde schon viel geleistet

Enzkreis. Seit Herbst 2011 kümmert sich das Projekt „LIFE rund ums Heckengäu“ in den Landkreisen Böblingen, Calw, Ludwigsburg und Enzkreis um den Schutz der Kulturlandschaft mit ihrer besonderen Naturausstattung. Nun naht mit großen Schritten das Projektende im August 2016, und der Endspurt ist eingeläutet.

Ein Jahr zuvor haben die sieben Projektpartner nahezu die Hälfte der Maßnahmen bereits abgeschlossen, wobei die Zielsetzungen bei einigen sogar übertroffen wurden. Und die Ziele dieses EU-geförderten Projekts sind hoch gesteckt: Ein wesentlicher Beitrag soll geleistet werden zum Erhalt und zur Förderung von europaweit gefährdeten Tierarten und Lebensräumen. Insgesamt 390 Quadratkilometer Schutzgebietsfläche aus dem europäischen Netzwerk Natura 2000 werden bearbeitet. Im Fokus des Projekts stehen insbesondere Streuobstwiesen sowie nährstoffarme Wiesen und Heiden. Beide Lebensräume sind stark im Rückgang begriffen, weil ihre Nutzung aufgegeben wird und sie mit Büschen und Bäumen zuwachsen.

Baumpfleger ausgebildet

Im Heckengäu wurden bislang fast 70 Hektar Wiesenfläche und 30 Hektar Streuobstwiesen von Gestrüpp befreit. Zudem wurden 60 Personen zum Baumpfleger ausgebildet, die durch einen fachgerechten Schnitt alte Obstbäume vor dem Zusammenbruch bewahren, und so als Lebensraum für Vögel und Kleinsäuger erhalten.

Zudem widmet sich das Projekt den Lebensräumen im und am Wasser. In naturnahen Flussauen lebt auch die Gelbbauchunke, eine Amphibienart mit hübschen herzförmigen Pupillen. Mit Hilfe von im Projekt ausgebildeten Ehrenamtlichen, den Gelbbauchunken-Coachs, wurden an 30 Standorten im gesamten Projektgebiet jeweils mehrere Tümpel für diese Unke angelegt und so eine Vernetzung der vorhandenen Lebensräume geschaffen. Im Enzkreis werden historische Gräben um das Kloster Maulbronn wieder in Funktion gebracht, um dort einen Weiher mit ausreichend Wasser zu versorgen. Bei Ötisheim entsteht ein neuer Teich. Beide Gewässer bieten Lebensraum für den seltenen Kammmolch, aber auch für viele andere Wasserbewohner.

Im Rahmen einer Abschlussveranstaltung im Sommer 2016 werden alle Ergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt, Informationen zum Projekt finden sich laufendauch im Internet unter www.life-heckengaeu.de.

enz