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Mit Vollgas auf der Überholspur: Die Band „Fast Lane“ riss das Publikum beim Benefizkonzert in Schellbronn ordentlich mit. Foto: Fux
Mit Vollgas auf der Überholspur: Die Band „Fast Lane“ riss das Publikum beim Benefizkonzert in Schellbronn ordentlich mit. Foto: Fux
12.03.2018

Benefizkonzert des Lions Club Wimsheim-Heckengäu in Schellbronn

Neuhausen-Schellbronn. Der Opener: „Let me entertain you“ (Lasst mich euch unterhalten) von Robbie Williams wurde für die Band „Fast Lane“ beim Benefizkonzert des Lions Club Wimsheim-Heckengäu am Samstagabend in der Schwarzwaldhalle in Schellbronn zum Programm. Denn „Fast Lane – The Band“ zog vor einem Publikum, das längst nicht nur graue Schläfen hatte alle Register und brachte die älteren Semester mit Rock, Soul, Blues und Funk der 1970er und 80er Jahre voll auf Touren und Stück für Stück in ihre Jugendzeit zurück.

Klassiker der Musikgeschichte

Erinnerungen werden mit Songs von Deep Purple, Tina Turner, Toto oder Deutsch-Rock von Herbert Grönemeyer, Marius Müller-Westernhagen und Neue Deutsche Welle-König Rio Reiser an längst vergangene und verrückte Zeiten wach, die plötzlich wieder so lebendig sind, als wäre alles erst gestern gewesen.

Dass die wilden Zeiten schon 30 oder gar 40 Jahre zurückliegen, daran erinnert nur das Alter der Besucher und die Tische und Stühle im hinteren Bereich der Halle – früher hätte man sich zu solchen Ohrwürmern nie gesetzt, sondern wäre ganz dicht, laut mitsingend vor der Bühne gestanden – und auch die Lautstärke wäre einst keineswegs gewöhnungsbedürftig gewesen.

Publikum ist rasch in Fahrt

Doch die Band bringt das Publikum so rasch in Fahrt, dass – wie in alten Zeiten – nicht nur auf der Bühne, sondern auch vor der Bühne, dicht gedrängt, mitsingend und mittanzend der Punk abgeht und der Bär steppt. Vergessen die Lautstärke, wieder gekommen die Jugend und mittendrin bis zu 40 Jahren Musikgeschichte und Rockröhren.

Vielseitige Besetzung

Ein Verdienst der Band mit ihrer besonderen Besetzung, darunter der ungewöhnliche Bläsersatz mit Saxophon, Trompete und Posaune, die der Rockband einen ungewöhnlichen und persönlichen Sound verleihen, die neben zahlreichen Gesangsstimmen – Solo oder gemeinsam – und einem traditionellen Rock-Instrumentarium die alten Hits individuell interpretieren und in Schellbronn rocken, was das Zeug hält.

Vergessen ist das Zwicken des Ischiasnervs bei Van Halens „Jump“, da wird vor der Bühne kräftig gesprungen. Denn der Spaß steht beim Publikum und der Band, die für den guten Zweck spielt, ganz oben.

Geld für Erste-Hilfe-Kurse

Doch die Sache, um die es geht, ist todernst. Denn das Motto lautet: „Helfen statt Gaffen“. „Damit will der Lions Club ein Zeichen setzen, dass richtiges Helfen in Notfällen wichtig ist“, sagt Präsident Ulrich Geltz im Gespräch mit der PZ.

Zu diesem Zweck sollen aus dem Erlös der Benefizveranstaltung nun kostenlose Erste-Hilfe-Kurse – auch zum Auffrischen – angeboten werden. Auch die Band greift das Thema auf. „Hier dürft ihr gaffen“, ruft einer der Sänger ins Mikro und erinnert an das Motto des Abends, während die Besucher Jugenderinnerungen auffrischen.