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Das Mundharmonika-Orchester Knittlingen zeigte mit Solist Uwe Kesselbach (vorne rechts) sein Können. Foto: Kientsch
Das Mundharmonika-Orchester Knittlingen zeigte mit Solist Uwe Kesselbach (vorne rechts) sein Können. Foto: Kientsch
Begeisterte die Gäste: Jay Alexander. Foto: Kientsch
Begeisterte die Gäste: Jay Alexander. Foto: Kientsch
28.11.2016

Benefizkonzert in Ötisheim mit Jay Alexander großer Erfolg

Ötisheim. Gutes zu tun, ist leicht, wenn viele helfen.“ Mit diesem Zitat von SOS-Kinderdorf-Gründer Hermann Gmeiner begrüßte Fritz Schäfer, Präsident des Rotary-Clubs Mühlacker-Enzkreis, die 685 Gäste in der ausverkauften Erlentalhalle in Ötisheim. „Sie sind die Glücklichen, die eine Karte ergattert haben“, so Schäfer. Die Nachfrage sei sehr groß gewesen, was natürlich erfreulich sei – gingen die gesamten Einnahmen des Abends an zwei bekannte, soziale Einrichtungen der Region: jeweils zur Hälfte profitierten das Kinderzentrum Maulbronn und die Familienherberge Lebensweg in Schützingen von der fulminanten Veranstaltung.

„Familien, die mit einem beeinträchtigten Kind leben, erhalten in diesen Einrichtungen Unterstützung und neue Perspektiven und das passt zu unserem Motto des Jahres 2016: ‚Rotary hilft Menschen‘“, erläuterte Schäfer das Ansinnen des Clubs, der sich in Mühlacker seit 20 Jahren für Menschen der Region engagiert.

Elegant in rot und schwarz trat das Mundharmonika-Orchester Knittlingen unter der Leitung von Manfred Dannecker auf die Bühne. Dynamisch und gefühlvoll unterhielten sie das Publikum mit Melodien aus aller Welt. Tragende Lieder wie „When a man loves a woman“ von Percy Sledge fanden ebenso ihren Platz wie ein schwungvolles Medley der Beach Boys mit dem schmetternden Abschluss „Surfin‘ USA“. Das Publikum ließ sich von Anfang an mitreißen, klatschte und jubelte den Protagonisten auf der Bühne zu. Und als Dirigent Manfred Danneker bekannte Evergreens wie „Schuld war nur der Bossa Nova“ und „Für Gabi tu ich alles“ ankündigte, ging ein Raunen durch die Menge – und hier und da hörte man den einen oder anderen leise mitsingen. Hatte das Orchester bis dato schon eine immense Bandbreite an Können gezeigt, fanden die Dynamik und die Intensität ihren Höhepunkt in dem Stück „Säbeltanz“ von Aram Chatschaturjan. Hier legte das Orchester abermals sein ganzes Können hinein. Dass dieses Stück einiges an Technik und Können erfordere, ahnte der Zuhörer bereits, als Dannecker dies im Nachgang bestätigte und schmunzelnd hinzufügte: „Und schnell schnaufen, das sollte man auch können.“

Mit großem Applaus wurde im Anschluss Startenor Jay Alexander begrüßt. Als offizieller Botschafter der Herberge Lebensweg habe er sich sehr auf diesen Abend gefreut, so Jay Alexander. „Ich komme gerade aus einem Dorf namens Hamburg und freue mich, nun in der Weltmetropole Ötisheim auftreten zu können.“ Die Lacher des Publikums hatte Alexander auch im weiteren Verlauf auf seiner Seite, ebenso brachte er Informationen zu seinen Stücken mit ein oder gab tiefsinnig-geprägten Gedanken zu Themen wie Lebensglück und Heimat ihren Platz. Zu seinem vorgetragenen Repertoire gehörten Stücke wie „Irgendwo auf der Welt“, das aus dem Film „Der blonde Traum“ aus dem Jahre 1932 stammt und durch die Comedian Harmonists bekannt wurde. Ebenso trug er beispielsweise das Volkslied „Am Brunnen vor dem Tore“ vor und nahm das Publikum mit an den Lindenbaum, der im Maulbronner Klosterhof steht und wo Alexander des Öfteren säße.

Mit kleinen Philosophien über das Glück, mit Episoden aus seiner Kindheit und Wortwitz unterhielt er das Publikum. Seine Pianistin Juna Tchezevatskaja und er zeigten sich als nahbare Stars zum Anfassen und waren auch in der Pause für das Publikum greifbar.

Das „kleine bisschen Glück“, von dem Jay Alexander sang, dürfte jeder an diesem Abend mit nach Hause genommen haben – ebenso die Verantwortlichen des Kinderzentrums und der Familienherberge sowie die Organisatoren des Rotary-Clubs. Und auch die Familien, die sich ihr Schicksal nicht ausgesucht haben, aber durch Veranstaltungen wie diese eine Verbesserung ihrer Situation erfahren dürfen.