nach oben
03.02.2016

Beratungsstelle des Enzkreises vertieft Verständnis im respektvollen Umgang mit Flüchtlingen

Kulturelle Unterschiede zwischen Flüchtlingen und Einheimischen kommen oft zur Sprache. Thomas Gustorff, Leiter der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche des Enzkreises in Pforzheim, sagt, dass viele Flüchtlinge aus sogenannten „kollektiven Gesellschaften“ kommen und erstmals mit einer „individualistisch“ geprägten Gesellschaft konfrontiert werden.

„Während in ihrer Kultur die Gemeinschaft beispielsweise die Kindererziehung übernimmt, sind dafür bei uns fast ausschließlich die Eltern verantwortlich“, erklärt Gustorff einen der gravierenden Unterschiede. „Dass Kinder elterliche Aufmerksamkeit brauchen, ist für uns in der Regel selbstverständlich. In kollektiven Gesellschaften ist diese Auffassung jedoch schlicht nicht verankert und diese konträren Ausgangssituationen können Konfliktpotenzial bergen“, weiß der Psychologe. Die Beratungsstelle bot daher einen Kulturvermittleraustausch mit dem Institut für transkulturelle Lösungen in Karlsruhe (ITL) und unterstützt von Aktiven des dortigen Freundeskreises Asyl für jeweils rund 25 Mitarbeiter verschiedener Einrichtungen im Enzkreis an, darunter weitere Beratungsstellen, Jugendamt, Miteinanderleben, Schulleiter, Sozialtrainerinnen, Schulsozialarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sperlingshofs.