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In der Klasse 9b des Neuenbürger Gymnasiums berichtet Oumorou Ousmane Asbat aus Togo (von links), unterstützt durch Pfarrer David Gerlach, über sein Leben als Asylbewerber. Foto: Seibel
In der Klasse 9b des Neuenbürger Gymnasiums berichtet Oumorou Ousmane Asbat aus Togo (von links), unterstützt durch Pfarrer David Gerlach, über sein Leben als Asylbewerber. Foto: Seibel
23.11.2015

Berührende Fragestunde mit Flüchtlingen am Neuenbürger Gymnasium

Es dauert nur ein paar Minuten, bis sich Schüchternheit und Berührungsängste auf beiden Seiten verflüchtigt haben. Das liegt vor allem am sympathischen Auftreten von Oumorou Ousmane Asbat, der am Neuenbürger Gymnasium in der Klasse 9b von seinem Leben als Asylbewerber erzählt.

Seit eineinhalb Jahren lebt der 25-jährige ehemalige Student aus Togo in Deutschland, sein Asylbewerberverfahren läuft noch. Untergebracht ist er im Straubenhardter Flüchtlingsheim im Holzbachtal. Und Asbat spricht so gut deutsch, dass die Schüler ins Staunen kommen.

„Deshalb nennen wir ihn ja auch den Professor“, bekennt David Gerlach. Der evangelische Gemeindepfarrer aus Conweiler gehört dem Straubenhardter Netzwerk Asyl an und unterstützt die Flüchtlinge so gut er kann. Asbat versuche fleißig noch besser deutsch zu lernen und arbeite auch bei den Turnern der KTV Straubenhardt mit. Zurzeit organisiert Gerlach private Deutschkurse. „Sprache ist das A und O für die Integration“, schärft er den Neuntklässlern ein.

Die Schüler bombardieren den jungen Mann aus Togo geradezu mit Fragen. Warum jeder Flüchtling ein Smartphone mit sich herumtrage? Weshalb er seine Heimat verlassen und was seine Flucht aus Afrika gekostet habe?, wollen sie unter anderem wissen. Auch, ob er für immer bleiben möchte und wie er sich sein Leben hier vorstellt. „In Deutschland kann ich in Sicherheit leben“, antwortet der 25-Jährige. Wegen schlechter Studienbedingungen habe er in Togo auf der Straße demonstriert. Die Polizei hätte ihn deshalb verfolgt. Um dem Gefängnis zu entgehen, sei er über die Nachbarstaaten Benin und Nigeria geflohen. 5000 Euro habe das gekostet. Mit dem Flugzeug ging die Reise nach Italien und von dort über die Schweiz nach Deutschland.

In einer anderen Neuenbürger Klasse berichtet ein junger Eritreer, der darum bittet, keinen Namen zu nennen, von seiner abenteuerlichen Flucht übers Mittelmeer. Neben ihm im Boot seien Menschen gestorben, macht er den Schülern auf Englisch klar. Mehr lesen Sie am Dienstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.