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© dpa
09.03.2012

Besorgniserregende Unfallbilanz: Fünf Tote in Calw

CALW. So gut das zurück liegende Jahr mit der seit Jahrzehnten geringsten Zahl tödlich Verunglückter war, so schlecht hat das neue Jahr nach Angaben der Calwer Polizei begonnen. Beginnend ab dem 9. Februar bis zum 3. März mussten bereits fünf Menschen  auf den Straßen des Landkreises ihr Leben lassen. In den zwölf Monaten des vergangenen Jahres wurden sechs Opfer gezählt.

Die am Samstag in Altensteig auf dem Rücksitz eines Mercedes mitfahrende 18-Jährige hatte keinen Sicherheitsgurt angelegt. Der am 9. Februar zwischen Holzbronn und Calw-Stammheim tödlich verunglückte 34-jährige Audi-Fahrer war nach polizeilichen Erkenntnissen ebenfalls nicht angegurtet. Angeschnallt hätten diese jungen Menschen eine reelle Chance gehabt, zu überleben. Der am Donnerstag der vergangenen Woche in Neubulach tödlich verunglückte 48-jährige Mokick-Fahrer trug keinen Schutzhelm. Mit Schutzhelm wären seine Überlebenschancen sicherlich gestiegen.

Dieser bedauernswerte Trend wurde in den ersten beiden Monaten auch im ganzen Land Baden-Württemberg festgestellt. Dort hatten von 41 Unfallopfern 18 keinen Sicherheitsgurt angelegt.

Auch bei den Schwerverletzten sprangen die Zahlen im Landkreis Calw von acht im Vergleichszeitraum des Jahres 2011 auf jetzt schon 22. In diesem Jahr mussten bereits 75 leichtverletzte Verkehrsteilnehmer in der Statistik erfasst werden, im zurückliegenden Jahr wurden im gleichen Zeitraum 43 gezählt. Die Zahl der von der Polizei zu bearbeitenden Verkehrsunfälle stieg im Vergleichszeitraum ebenfalls von 183 auf 214.

Aus diesem Grund wird die Polizei auch im Landkreis Calw in der Zeit vom 12. bis zu 18. März eine Schwerpunktkontrollwoche durchführen und auch in der Zeit danach den Kontrolldruck erhöhen. Unter dem Aspekt „Gurte retten Leben“ wird das größte Augenmerk auf den Sicherheitsgurt gelegt. Ein nicht angelegter Sicherheitsgurt wird mit 30 Euro Bußgeld geahndet. Dieser Betrag gilt für jeden Platz im Fahrzeug. Wer ein im Auto mitfahrendes Kind nicht sichert erhält neben einem Bußgeld bis zu 40 Euro zusätzlich einen Punkt in der Flensburger Sünderkartei.

Keiner der Unfälle mit tödlichem Ausgang in diesem Jahr hätte durch bauliche Veränderungen verhindert werden können. Derzeit gibt es im Landkreis Calw auch keinen erkennbaren Unfallschwerpunkt. Die Ursachen sind in den genannten Fällen ausschließlich auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen.

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