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© Symbolbild: PZ
01.07.2011

Betrüger muss über drei Jahre lang in den Knast

PFORZHEIM/ENZKREIS Zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und zwei Monaten wegen gewerbsmäßiger Untreue in besonders schwerem Fall ist ein 34-jähriger heute in München lebender Mann verurteilt worden. Er habe als Mitarbeiter einer Bauträgerfirma im südwestlichen Enzkreis fast 100 000 Euro aus dem Firmenvermögen für private Zwecke veruntreut, so Richter Karl-Michael Walz.

Das Schöffengericht am Amtsgericht Pforzheim war nach vier Prozesstagen überzeugt, dass der in der Schweiz lebende Geschäftsführer des mittlerweile insolventen Unternehmens die Privatentnahmen des Managers nicht genehmigt hatte. Der Angeklagte habe seine Befugnisse ausgiebig ausgenutzt.

So ließ sich der Manager, ein gelernter Fliesenleger, für rund 35 000 Euro zum Hubschrauberpiloten ausbilden, auch die eigene Hochzeit oder die eigenständige Anhebung seines Gehaltes gingen zu Lasten der Firmenkasse. Wegen Untreue in 59 Fällen, Urkundenfälschung, Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung und einer uneidlichen Falschaussage hatte Staatsanwalt Peter Stadler eine Gefängnisstrafe von drei Jahren und zehn Monaten gefordert. Mit einer hohen kriminellen Energie habe der Angeklagte auch den Niedergang der Firma beschleunigt.

Dies sah allerdings die Verteidigerin Katja Günther anders – sie forderte einen Freispruch. Der Manager sei sehr fleißig sowie einsatzbereit gewesen und hätte seine Arbeit zur vollsten Zufriedenheit erledigt. Verantwortlich sei, so die Anwältin, vielmehr der Chef der Firma, der seine Kontrollpflicht fahrlässig vernachlässigt habe. Die Verteidigerin beschrieb ihren Mandanten als Opfer, dem aufgrund seines kriminellen Vorlebens die „Schuld in die Schuhe geschoben“ werden solle.

Der angeklagte Ex-Manager war bereits 2004 wegen gemeinschaftlichen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten rechtskräftig verurteilt worden. mb