nach oben
Foto: Symbolbild
Foto: Symbolbild © pixxabay
26.07.2017

Bettelmasche mit vorgetäuschten Notfällen - Autofahrer aus dem Enzkreis berichtet

Der Versuch, die Hilfsbereitschaft der Mitmenschen auszunutzen, ärgert einen Mann aus dem Enzkreis, bei dem zwei Mal kurz nacheinander eine einschlägige Bettelmasche versucht wurde.

In einem Fall war der Autofahrer vor einigen Tagen abends gegen 18 Uhr auf der Landstraße zwischen Pforzheim und Eisingen unterwegs, als er einen gestikulierenden Mann an einer Haltebucht wahrnahm. Der Enzkreisbürger hielt an, „weil ich von einem Notfall oder von einer Panne ausging.“ Der vermeintliche Hilfsbedürftige sei neben einem Mercedes mit ausländischem Kennzeichen gestanden. In gebrochenem Englisch habe er nach dem Weg zu einer Tankstelle gefragt. Doch im Verlauf des Gesprächs sei schließlich deutlich geworden, dass der Mann auch Geld zum Tanken benötigen würde. Das machte den Enzkreisbürger stutzig, weil er in den Medien schon von Benzinbetteleien gehört und Ähnliches bei Leonberg schon einmal erlebt hatte. Er sagte dem Mann ins Gesicht, dass er seine Masche kenne. Daraufhin sei dieser schimpfend zu dem Mercedes gelaufen. Ein anderer habe dort am Steuer gewartet. Das Duo sei in Richtung Pforzheim oder Bundesstraße 294 davon – und zwar mit dem Mercedes und seinem problemlos laufenden Motor. Der Enzkreisbürger informierte die Polizei.

„Die Masche ist uns in unserem Bereich bislang vor allem von Autoraststätten gemeldet worden“, sagt Fritz Bachholz, Sprecher des Polizeipräsidiums Karlsruhe. Man habe die Bürger schon öffentlich davor gewarnt, in solchen Situationen Geld herauszugeben. Und im Enzkreis? Erst am Montag habe eine Streife auf einen Zeugenhinweis hin mutmaßliche Benzinbettler gestellt. Unweit der Eisinger Landstraße an der Kreisstraße zwischen Kieselbronn und Eisingen. Die Polizisten hätten ein Fahrzeug überprüft, das bulgarische Kennzeichen trug. Die Insassen seien aber Rumänen gewesen. Laut Bachholz sprach die Polizei einen Platzverweis aus. Denn die Bettelei selbst sei noch keine Straftat. Das war in Baden-Württemberg vereinzelt aber auch schon anders. Andere Polizeidienststellen bearbeiteten auch schon Vorfälle, bei denen hilfsbereite Menschen letztlich bestohlen wurden.

Leserkommentare (0)