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Die Musiker der Gemeinde, hier der Musikverein, nahmen die Gäste mit auf eine Zeitreise durch 600 Jahre Kirchenhistorie. Fotos: Fux
Die Musiker der Gemeinde, hier der Musikverein, nahmen die Gäste mit auf eine Zeitreise durch 600 Jahre Kirchenhistorie. Fotos: Fux
17.05.2019

Bewegte Glaubensgeschichte

Wurmberg. Die Kirchengemeinde erinnert an Anfänge vor 600 Jahren. Gemeinsames Konzert aller Chöre und musikalischen Vereine.

Mit einem Festgottesdienst wurde am Sonntag das 600-jährige Bestehen der Kirchengemeinde gefeiert. In der evangelischen Petruskirche gab es zum Jubiläum ein Konzert mit allen Chören und musikalischen Vereinen Wurmbergs.

„Am 9.Mai 1419 wurde der erste Pfarrer Conrad Essig eingesetzt. Damals gehörte Wurmberg noch zur Diözese Speyer“, weiß der evangelische Pfarrer Andreas Kaiser und verweist erstmals auf eine eigene Pfarrgemeinde. Zu jenem Zeitpunkt hatte Wurmberg auch eine eigene Pfarrkirche. So stamme der Chor mit dem unteren Turm der Petruskirche bis zur Höhe der Buckelquader an den äußeren Ecken aus dieser Zeit. „Das jetzige Kirchenschiff ist erst 169 Jahre alt. Das ursprüngliche war sehr viel kleiner“, so der geschichtlich sehr bewanderte Pfarrer.

Die Frömmigkeit sei vor 600 Jahren groß gewesen, aber auch das Leiden an der Kirche. „Kurz zuvor gab es noch drei aktive Päpste zur gleichen Zeit. Die Welt war in Unordnung geraten. Seuchen wie die Pest konnten jederzeit zuschlagen, das Leben war stets gefährdet“, betont Kaiser und verweist darauf, dass trotz des 30-jährigen Kriegs regelmäßig Gottesdienste gefeiert wurden.

Lieder aus verschiedenen Jahrhunderten erinnerten an bewegte Zeiten, an Luther, die Französische Revolution und an Weltkriege. Auch ein Wandel in der Kirche zeichnete sich vom Latein hin zur deutschen Sprache schon früh ab.

Im Mittelpunkt des Festgottesdienstes stand nicht nur die Geschichte, sondern die Ökumene. So hielt für die katholische Kirchengemeinde Pfarrer David Pankiraj ein Grußwort und Alexander Opfer für die Freien Evangeliumschristen. Unter den Gratulanten war auch Wurmbergs Bürgermeister Jörg-Michael Teply.

Beim gesanglichen und musikalischen Streifzug durch die Jahrhunderte der Geschichte, die mit dem Glockengeläut startete, spielte Kirchengemeinderat Benjamin Löw, der auch durchs Programm führte, „Gloria in excelsis deo“ aus dem 15. Jahrhundert an der Orgel. Der Kirchenchor entführte mit „Such wer da will“ ins 16. Jahrhundert während der Frauenchor „Lobet den Herrn der Welt“ auswählte – ein Stück aus dem nächsten Jahrhundert.

Musikalische Zeitreise

Festlich wurde es mit dem Posaunenchor und der Ouvertüre zur Feuerwerksmusik von Händel, die aus dem 18. Jahrhundert stammt. Der Männerchor betete an die „Macht der Liebe“ und der Gesangverein sang „Die Ehre Gottes aus der Natur“ von Beethoven sowie „Der Mensch lebt und besteht“. Der Kirchen- und Frauenchor erinnerte mit Mendelssohns „Jauchzet dem Herrn alle Welt“ ans 19. Jahrhundert. Und der Musikverein setzte mit „Israel Shalom“, als Solistin an der Klarinette Andrea Knoop, einen ganzvollen Schlusspunkt unter eine gelungene Gemeinschaftsleistung.