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14.08.2009

Bewohner kommt als Brandstifter in Neuenbürg in Frage

NEUENBÜRG. Dicker schwarzer Rauch hat am Donnerstagabend die Bewohner eines Mehrfamilienhauses im Neuenbürger Stifterweg aufgeschreckt. Bei einem Brand in der Tiefgarage entstand Schaden von rund 110 000 Euro.

Das Feuer in der Tiefgarage wurde gelegt. Der Pforzheimer Polizeisprecher Wolfgang Schick bestätigte am Freitag, dass es sich um Brandstiftung handelte. Nach PZ-Informationen soll die Polizei bereits in der Brandnacht einen Bewohner des Mehrfamilienhauses in Zusammenhang mit einer möglichen Täterschaft überprüft haben. Der Mann soll bereits im Vorjahr eine Mülltonne angezündet haben. Die Kriminalpolizei Pforzheim hat die Ermittlungen aufgenommen.

Laut Schick entstand Schaden am Gebäude in Höhe von 100 000 Euro, an den Fahrzeugen in der Tiefgarage von rund 10 000 Euro. Da durch den Brand sämtliche Versorgungsleitungen zerstört worden sind und viele Zimmer im Haus verraucht wurden, soll das Mehrfamilienhaus derzeit nicht bewohnbar sein. Verletzt wurde jedoch niemand. Allerdings seien die sieben anwesenden Bewohner des Hauses sehr schockiert gewesen, berichtete Neuenbürgs Gesamtkommandant Manfred Wankmüller. Einige davon hätten gerade zu Bett gehen wollen, als sie kurz nach 22 Uhr schnell ihre Wohnungen verlassen mussten. „Denn es gab vor dem Gebäude eine wahnsinnige Rauchentwicklung“, sagte Wankmüller.
Der Rauch sei zum Teil auch durch die offenen Schlafzimmerfenster der Hausbewohner gedrungen und erschwerte vor allem den Feuerwehrleuten die Arbeit. „In der Tiefgarage hat man kaum die Hand vor Augen gesehen“, so der Gesamtkommandant. Weil es sich um einen schwierigen Löscheinsatz mit vielen Atemschutzträgern handelte, war die Feuerwehr Neuenbürg mit allen vier Abteilungen und insgesamt 63 Mann im Einsatz. Auch Bürgermeister Horst Martin war vor Ort. Als die Feuerwehr am Einsatzort eintraf, habe es in der Garage bereits voll gebrannt, berichtet Wandkmüller. Seinen Angaben zufolge standen ein Auto und eine Lagerfläche mit abgestellten Möbeln in Flammen, dort habe sich auch die größte Hitze entwickelt. Ein Übergreifen auf die Wohnungen über der Tiefgarage konnte die Feuerwehr durch ihr schnelles Eingreifen aber verhindern. Sie flutete die abschüssige Garage mit einem Löschteppich. Nach 40 Minuten war der Brand eingedämmt, die Nachlöscharbeiten dauerten jedoch noch bis weit nach 1 Uhr. „Der gesamte Einsatz war nicht ungefährlich“, sagte Wankmüller auch mit Blick auf den Kraftstoff in den beiden Autos in der Garage.
Die sieben anwesenden Bewohner des Hauses wurden vom Deutschen Roten Kreuz versorgt, drei davon kamen in der Nacht auch beim DRK unter, die anderen bei Verwandten oder Bekannten. In Pforzheim hatte jüngst ein Brandstifter mit einer Brandserie die Bevölkerung in Angst versetzt. Am Dienstag wurde der Feuerteufel festgenommen, der in den Tagen zuvor elf Brände in der Stadt gelegt haben soll.