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01.04.2014

Bilanz: Wache Tiefenbronn seit einem Jahr im 24-Stunden-Betrieb

Seit rund vier Jahren gibt es in Tiefenbronn eine Rettungswache des DRK-Kreisverbandes Pforzheim-Enzkreis e.V. Diese war zunächst 12 Stunden pro Tag in Betrieb, dann 16 Stunden und sorgt nun seit einem Jahr rund um die Uhr dafür, dass die Hilfsfrist von 15 Minuten im südlichen und östlichen Teil des Enzkreises eingehalten werden kann.

Die fünf Rettungsassistenten und fünf Rettungssanitäter – in gleichen Teilen Frauen und Männer – haben im Schnitt vier Einsätze am Tag. In den vergangenen zwölf Monaten waren dies insgesamt 1427 Einsätze. Knapp 140.000  Kilometer hat das jetzige Fahrzeug bisher zurückgelegt. Bei Bedarf fahren die DRK-Mitarbeiter im Rahmen der Nachbarschaftshilfe unter anderem bis nach Bad Liebenzell, Böblingen und Weil der Stadt.

„Die Bevölkerung ist sehr froh über die Wache in Tiefenbronn. Wir bekommen das oft bei Einsätzen gesagt“, berichtet DRK-Rettungsassistent Michael Oettinger, der in Mühlacker auch als Bereitschaftsleiter aktiv ist. Vor allem der Spruch einer älteren Dame, der er beim Einkaufen begegnet ist, ist ihm im Kopf geblieben: „Wir sind ja so froh, dass ihr da seid - auch wenn wir euch am liebsten von hinten sehen!“ In einer Metzgerei haben die DRK-Mitarbeiter einmal ein Vesper geschenkt bekommen, nachdem sie am Tag zuvor dort einen Einsatz gehabt haben. „Es ist für uns ein sehr dankbares Arbeiten. Man spürt die Sympathie der Bevölkerung“, sagt Oettinger. Diese sei ein großer Verdienst der Bereitschaft Tiefenbronn mit Günther und Rüdiger Schneider an der Spitze, die als Mitarbeiter des „Helfer vor Ort“-Systems schon vor der Stationierung des Rettungswagens das gute Ansehen des Deutschen Roten Kreuzes in Tiefenbronn erarbeitet haben.

Diese Ansicht teilt auch Tiefenbronns Bürgermeister Frank Spottek. „Für die Bürger unserer Gemeinde und für das gesamte Biet war die Entscheidung zur 24-Stunden-Versorgung dringend notwendig, um im Notfall keine lebensrettenden Sekunden verstreichen zu lassen. Ergänzt wird diese Versorgung durch die hervorragende Arbeit unseres örtlichen DRK“, sagt der Rathaus-Chef. Ob mit dem Grundstück, oder bei der Grünanlage und neuestens das Anbringen von Parkverbotszeichen vor der Wache – die Gemeinde steht fest hinter der Wache.

Die Krankenkassen als Kostenträger haben die Umsetzung des Rund-um-die-Uhr-Betriebs von Beginn an unterstützt. „Für uns als AOK Nordschwarzwald ist die bestmögliche Notfallversorgung der Bevölkerung ganz wichtig. In Notsituationen zählt jede Minute“, sagt Hartmut Keller, Geschäftsführer der AOK Nordschwarzwald. „Durch die Einrichtung einer 24 Stundenbereitschaft in Tiefenbronn vor einen Jahr konnten die Hilfsfristen deutlich reduziert werden. Dies ist zusätzlichen Schutz und Sicherheit für die Region.“

Sind Einrichtungen wie diese Wache nicht vor Ort, so dass eine flächendeckende rasche medizinische Versorgung nicht gewährleistet wird, ergeben sich daraus erhebliche Nachteile für die medizinische Versorgung der Bevölkerung. „So wissen wir heute, dass beim Auftreten von Herzinfarkt oder beim Schlaganfall durch eine frühzeitig einsetzende medizinische Versorgung Leben gerettet werden kann beziehungsweise die daraus resultierenden Schäden für den Patienten deutlich minimiert werden können“, sagt Dr. Hans-Joachim Eberhard, Unfallchirurg und Tiefenbronner Gemeinderatsmitglied. „Verbessern könne man meiner Meinung nach die medizinische Versorgung der Bevölkerung noch dadurch, dass ein engmaschiges Netz von Notärzten aufgestellt werden würde.“