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22.01.2016

Bilfingen, Ersingen: Tauziehen um die Supermärkte

Dass der Gemeinderat Kämpfelbach mit der Weichenstellung für einen neuen Supermarkt am Ortsrand von Bilfingen noch einmal abwarten will, sorgt in der Gemeinde für Gesprächsstoff. Dass nicht wenige auf die Einkaufsmöglichkeit warten, hatte in der Ratssitzung vergangene Woche Beifall für SPD-Rat Thomas Seyffarth gezeigt, der auf eine schnelle Entscheidung über die Aldi-Pläne in Bilfingen drängte. Doch die letztlich klare Mehrheit für ein Abwarten hat ebenfalls die Nahversorgung im Blick.

Man wolle nicht in Bilfingen einen Markt ansiedeln, den bestehenden Penny in Ersingen aber 2017 nach Ende des Pachtvertrags verlieren, sollte das Unternehmen nicht am heutigen Standort erweitern können. Das sagt etwa CDU-Fraktionssprecher Lothar Hein. Mit der Union und anderen Räten hatten die Grünen gestimmt. Sie sind freilich mit Blick auf die Röschwiesenquelle grundsätzlich gegen einen Supermarkt am geplanten Bilfinger Standort.

Hein geht es dagegen um mehr Einkaufsmöglichkeiten. Im Dezember habe er beantragt, dass Penny seine Pläne dem Gemeinderat erläutert. Noch immer warte er darauf, dass der Antrag behandelt wird. Um den Ersinger Markt sorgt sich Hein auch, weil der Rat zweimal Vorhaben der Verwaltung abgelehnt habe, die nach Einschätzung des CDU-Sprechers die Penny-Pläne gefährdet hätten. Einmal ging es um Baucontainer im Zusammenhang mit den Tunnelarbeiten an der Bahnlinie, das andere Mal um einen möglichen Standort für Asyl-Container.

Bürgermeister Udo Kleiner sieht dagegen Penny selbst am Zug, private Grundstücksangelegenheiten in diesem Bereich zu klären. „Es müssen entsprechende Gespräche geführt werden, dazu hat der Gemeinderat den Discounter beauftragt“, so Kleiner auf Anfrage. Er bleibe bei seinem Ziel, dass sowohl die Bürger in Ersingen als auch in Bilfingen einen Einkaufsmarkt vor Ort haben. „Ich sehe das als große Chance.“ Es könne aber nicht sein, dass die Gemeinde ewig auf Penny warte – und in Bilfingen tue sich nichts.

Um ewiges Warten bitte man nicht, meint Ingo Brunner von Penny. Auf Anfrage der PZ stellt er in Aussicht, dass die Grundstücksfragen für eine Erweiterung am Ersinger Standort bis zum Sommer geklärt seien. Solange bitte Penny noch um Aufschub der Entscheidung, ob Aldi in Bilfingen bauen kann. Denn der Bilfinger Standort würde auch für Penny interessant, wenn die Entwicklung in Ersingen am Ende doch nicht möglich sei. Generell sieht Brunner das Potenzial für zwei Supermärkte in Kämpfelbach, wenn es sich nicht um denselben Betreiber handelt.

Für die Freien Wähler hatte Eddi Vögele schon in der Ratssitzung erklärt, Ziel sei es nicht, den heutigen Markt von Ersingen nach Bilfingen zu verlegen, sondern einen neuen Markt anzusiedeln und Penny gleichzeitig die Erweiterung in Ersingen zu ermöglichen. Und nicht nur in Kämpfelbach geht es um Veränderungen.

Lothar Hein etwa blickt auch auf Ispringen. Dort hat der Gemeinderat jetzt am Donnerstag den Weg für die Vergrößerung des Edeka-Supermarkts freigemacht. Vor den Toren Ersingens also (siehe nebenstehenden Bericht).