nach oben
Ein schmuckes Ensemble historischer Geräte aus dem lokalen Weinbau haben Dietmar Frei, der OGV-Vorsitzende Udo Seiter und der Zweite Vorsitzende Dieter Karg (von links) am Eingang des Vereinsgartens aufgebaut. Foto: Martin Schott
Ein schmuckes Ensemble historischer Geräte aus dem lokalen Weinbau haben Dietmar Frei, der OGV-Vorsitzende Udo Seiter und der Zweite Vorsitzende Dieter Karg (von links) am Eingang des Vereinsgartens aufgebaut. Foto: Martin Schott
07.09.2016

Bilfinger Gartenfreunde hadern mit mäßiger Ernte

Kämpfelbach-Bilfingen. Es gibt viele gute Gründe, dem Garten des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Bilfingen einen Besuch abzustatten: Die schöne Anlage mit vielen Obstgehölzen und Zierpflanzen, der Duft der großen Kräuterwiese und die herrliche Aussicht bis weit ins Land hinein. Beim Kartoffelfest des OGV kommt ein weiterer hinzu: Grumbeere, Erdäpfel oder wie auch immer man die vielseitigen Knollen des Nachtschattengewächses sonst noch nennen mag. Und das nicht nur als Anschauungsstücke und Anregung zu eigenen gärtnerischen Aktivitäten, sondern zu leckeren Gerichten verarbeitet.

„Für unsere Mitglieder und Helfer bedeutet das Kartoffelfest: Ärmel hochkrempeln und ran an die Knollen“, sagt OGV-Vorsitzender Udo Seiter, „denn alles ist handgemacht. Mehr als zweieinhalb Zentner Kartoffeln wurden geschält und verarbeitet.“ Was den Ertrag des Kartoffelanbaus angeht, wird 2016 als ein mäßiges Jahr in Erinnerung bleiben, zieht Vereinsmitglied und Kartoffelexperte Marco Frei Bilanz: „In der Hauptwachstumszeit im Frühjahr war es zu kühl, zu feucht und es fehlte die Sonne.“ Da konnte der spätere Temperaturanstieg auch nichts mehr ändern. Mittlerweile jedoch wäre auch den Obstbäumen und Beerensträuchern im Vereinsgarten mit ordentlichem Niederschlag sehr geholfen. „Der Boden im Gewann ,Lieben Gott‘ ist karg, es liegt nur ganz wenig Erde über dem Gestein“, erläutert Udo Seiter.

Bei der Anlage des Gartens vor fast zehn Jahren hatte man daher gewaltige Löcher für die kleinen Bäume und Sträucher ausgehoben und in diese eine Menge guten Boden gefüllt. Eine Maßnahme, die sich gelohnt hat, denn die Pflanzen sind groß geworden und befinden sich in guter Verfassung.

Erstmals in diesem Jahr hat der OGV einen erheblichen Teil der Wiese im Lehrgarten als Bienenweide lange stehenlassen und erst nach der Blüte gemäht. „Das hat zahllose Bienen, aber auch viele weitere Insekten und andere Kleinlebewesen angezogen“, berichtet Dieter Karg, der Zweite Vorsitzende des OGV: „So wollen wir künftig immer verfahren.“

Als neuer interessanter Blickfang am Eingang zum Garten wird ein Ensemble historischer Gerätschaften aus dem Weinbau gezeigt. Die Weinpresse aus dem Bestand der früheren Winzerfamilie Seiter könnte durchaus noch zum Einsatz kommen. Für den eigenen Rebensaft aus dem „Lieben Gott“ reicht die Menge der im Vereinsgarten angebauten Trauben dann allerdings doch nicht ganz aus.