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23.02.2017

Birkenfeld will für seine Wasserversorgung weitere Quellen anzapfen

„Wie alle im Schwarzwald haben wir nach einem Winter fast ohne Schnee Probleme mit der Quellschüttung, aber wir haben noch Reserven.“ Das erklärte Birkenfelds Bürgermeister Martin Steiner bei der jüngsten Gemeinderatssitzung auf die Frage eines Bürgers, wie es um die Wasserversorgung in Birkenfeld stehe.

Allerdings brauche man jetzt dringend Regen, sonst könne es im Sommer knapp werden, denn: „Wir leben das ganze Jahr von den Niederschlägen im Winter.“

Birkenfeld speise seinen Wasserbedarf zu 60 Prozent über die Mannenbach-Wasserversorgung, zu 30 Prozent über die gemeindeeigene Dennacher Quelle und zu zehn Prozent aus der eigenen Höfener Quelle, so Steiner. Bei der Dennacher Quelle sei die Schüttung derzeit von 5,0 auf 2,25 Sekunden-Liter zurückgegangen, bei der Höfener Quelle von 8,9 auf 5,0. Und auch bei der Mannenbach-Wasserversorgung, deren Verbandsvorsitzender Steiner ist, sei ein Rückgang zu verzeichnen.

„Sowas gab’s in dem Ausmaß noch nie“, sagt Steiner zu den vielen trockenen Jahren in kurzer Folge: „Ich denke, wir spüren hier die Auswirkungen eines Klimawandels.“

Insgesamt würden im Mannenbachwasser-Verbandsgebiet, zu dem auch Straubenhardt, Neuenbürg, Karlsbad, Dobel und Bad Herrenalb gehören, rund 7000 Kubikmeter pro Tag verbraucht. „Etwa 800 Kubikmeter haben wir täglich noch als Reserve“, so Steiner. Um den Puffer weiter zu erhöhen habe man versucht, eine weitere Quelle im Eyachtal zu erschließen, allerdings ohne Erfolg. Außerdem gehe die Überlegung dahin, sich über den Mannenbach-Wasserverband möglicherweise beim Zweckverband Wasserversorgung Albgau einzukaufen: „Dafür wären aber Investitionen von fünf bis sieben Millionen Euro nötig und bis alle Leitungen stehen würden wahrscheinlich drei Jahre ins Land gehen.“

Zur Situation in Birkenfeld erklärte Steiner, dass der Wasserverbrauch der Privathaushalte sogar unter dem Landesschnitt liege, es aber mit Crio-Eis und Müllerfleisch zwei große Unternehmen gebe, die überdurchschnittlich viel Wasser verbrauchen.