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Mehrere Streifenwagen waren am Freitagvormittag zu einem Amok-Alarm an der Wilferdinger Realschule gerufen worden.
Mehrere Streifenwagen waren am Freitagvormittag zu einem Amok-Alarm an der Wilferdinger Realschule gerufen worden. © Symbolbild: Seibel
24.03.2017

Blaulicht-Meer in Wilferdingen: Amok-Alarm an Realschule

Remchingen. Wartungsarbeiten an der Telefonanlage in der Grundschule in Wilferdingen lösten am Freitagvormittag einen Alarm an der benachbarten Realschule aus. Die Polizei wurde kurz nach 11 Uhr von der Schulleitung über den Alarm informiert, zahlreiche Streifenwagen rasten sofort aus allen Ecken der Region mit Blaulicht und Martinshorn nach Wilferdingen.

Recht schnell wurde dann aber bekannt, dass durch die Wartungsarbeiten an der Grundschule der Alarm in der daneben liegenden Realschule ausgelöst worden war. Die angerückten Polizisten mussten also nicht in Schutzkleidung und mit gezückter Waffe das Schulhaus stürmen und die Kinder aus den zur Sicherheit verschlossenen Klassenzimmern befreien. Es blieb bei einem Gespräch mit dem Rektor, der auf die Wartungsarbeiten verwies. Nach einer kurzen Unterbrechung konnte der Unterricht fortgesetzt werden.

Vor rund einem Jahr hatte der Alarm eines Notruf-Pagers zu einem größeren Polizeiaufgebot am Gymnasium in Remchingen-Singen geführt. Da bis zur Klärung der Situation eine ernsthafte Amok-Bedrohungslage anzunehmen war damals die Polizei mit insgesamt 14 in den Einsatz eingebundenen Streifen zur Schule geeilt. Auch die Rettungsdienste waren vorsorglich vor Ort. Wie sich bei näherer Prüfung herausstellte, war der Notruf versehentlich durch einen Lehrer ausgelöst worden. Mehrere durch die Situation erheblich verunsicherte Schüler waren schließlich erst nach Gesprächen mit Lehrern und Polizeibeamten zu beruhigen.

Vor etwas über vier Jahren hatte ein technischer Alarm die Pforzheimer Polizei unter Hochspannung gesetzt und ganz Remchingen-Singen in ein Meer aus Blaulicht getaucht. Ein Großaufgebot an Polizeikräften und Spezialeinheiten war zur Bergschule in Singen geeilt, um einen möglichen Amoklauf zu verhindern. Die ganze Gemeinde war in Aufruhr, an den Absperrungen bangten in Tränen aufgelöste Mütter um ihre Kinder, während sich Polizisten mit schusssicherer Kleidung, Helm und Maschinenpistole in gebückter Haltung dem Schulhaus näherten und sämtliche Räume des Schulkomplexes nach möglichen Tätern durchsuchten.

Die Schule und der angrenzende Kindergarten wurden zeitgleich mit einem großen Kräfteansatz umstellt und Kontakt zu den Schulverantwortlichen sowie zu allen vor Ort befindlichen Lehrern aufgenommen. Weiterhin wurden Spezialeinsatzkräfte aus Karlsruhe hinzugezogen, weitere Interventionseinheiten nachgezogen sowie ein Polizeihubschrauber angefordert. Insgesamt waren es 90 Beamte.

Am Ende handelte es sich um einen Fehlalarm. In der Bergschule Singen waren Handwerker bei der Arbeit, die wohl ein Kabel beschädigt hatten.

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