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Hoch konzentriert: Christoph Herwig,

Gruppenführer bei den Helfern vor Ort in Kieselbronn, misst bei

einem zusammengebrochenen Mann wie in dieser nachgestellten Situation

den Blutdruck. Kameramann Marc Dietz ist ganz nah mit dabei.
Hoch konzentriert: Christoph Herwig, Gruppenführer bei den Helfern vor Ort in Kieselbronn, misst bei einem zusammengebrochenen Mann wie in dieser nachgestellten Situation den Blutdruck. Kameramann Marc Dietz ist ganz nah mit dabei.
04.03.2011

Blaulicht-TV: Helfen, bis der Notarzt kommt

KIESELBRONN. "Können Sie mich hören? Was ist passiert? Wie geht es ihnen?“ Christoph Herwig fragt einen jungen Mann, der mit verrenkten Gliedmaßen auf dem Boden liegt. Er ist apathisch und kann kaum reden. Die Augen sind halb geschlossen. Eine junge Frau hat den Mann gefunden und den Rettungsdienst verständigt. Doch bis dieser in Kieselbronn eintrifft, können schon einmal ein paar Minuten vergehen. Zeit, die im Ernstfall kostbar sein kann.

Aus diesem Grund gibt es die Helfer vor Ort. Diese ehrenamtlichen Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes überbrücken die Zeit, bis der Rettungsdienst eintrifft, und bereiten den Patienten schon mal auf die anstehenden Maßnahmen vor.

So wird unter anderem der Unfall aufgenommen, der Blutdruck und der Blutzucker gemessen und der Patient für die medizinische Versorgung vorbereitet – bis der Rettungsdienst eintrifft und der Patient an die Sanitäter oder den Notarzt übergeben werden kann.

Christoph Herwig hat alles im Griff. Er bleibt gelassen, ist dabei aber hoch konzentriert. Der Gruppenführer redet beruhigend auf den jungen Mann ein. Er spricht immer wieder mit ihm, damit er nicht bewusstlos wird. Und währenddessen leitet er die ersten Maßnahmen zur Behandlung ein.

Es sind vor allem junge Leute, die sich ehrenamtlich als Helfer vor Ort engagieren. Viele sind über das Jugendrotkreuz dazu gekommen – wie zum Beispiel Ramona Rösch. Warum sie da mitmachen, ist für die Helfer klar: „Ich möchte wissen, wie ich im Notfall anderen Menschen helfen kann, wenn sie in Not geraten sind“, sagt Lena Theilmann. Marco Jege findet, dass ihm seine Kenntnisse auch im Schulalltag weiterhelfen können. Und Simon Korn weiß schon jetzt: „Ich habe ein großes Interesse an medizinischen Dingen, deshalb engagiere ich mich hier.“

Die Helfer vor Ort werden von der Rettungs-Leitstelle mit alarmiert – wenn absehbar ist, dass der Rettungsdienst länger braucht. Für den DRK-Ortsverein Kieselbronn gibt es so etwa 95 Einsätze im Jahr, die von 15 Helfern vor Ort absolviert werden. Und dadurch wertvolle Arbeit leisten. Wie in der nachgestellten Szene vom Anfang. Der junge Mann, der für die Übung einen Kollaps nachgestellt hatte, wurde von den Helfern für den Rettungsdienst vorbereitet. Als die Sanitäter eintreffen, legen sie ihm eine Nadel, verfrachten ihn auf eine Trage und nehmen ihn mit ins Krankenhaus. Carolin Ulbrich