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Mit dem Ski-Doo-Rettungsschlitten kommen die Helfer der Bergwacht zum Unglücksort...
Georg Busato, Angelika Gießler und Klaus Anders (von links) berichten PZ-Redakteurin Carolin Ulbrich von ihrer Arbeit bei der Bergwacht. Colak, Ulbrich
...der verletzte Langläufer wird erstversorgt und dick eingepackt...
...und anschließend düst der Ski-Doo über Waldwege zum Bergwacht-Fahrzeug.
02.03.2012

Blaulicht-TV: Lebensretter kommen mit dem Schlitten

Blaulicht-TV geht mit der Pforzheimer Ortsgruppe der Bergwacht auf Tour. Mit dem Rettungsschlitten „Ski-Doo“ werden Verletzte geborgen.

Bildergalerie: Blaulicht-TV: Lebensretter kommen mit dem Schlitten

Verrenkt liegt Klaus Anders im Schnee. Er jammert leise vor sich hin, stöhnt vor Schmerzen immer wieder auf. Neben ihm liegen seine Langlauf-Ski, die er beim Sturz verloren hat. Er kann vor lauter Schmerzen nicht mehr aufstehen. Deshalb hat er die Notrufnummer gewählt. Die Leitstelle hat daraufhin die Pforzheimer Ortsgruppe der Bergwacht alarmiert, die sich sofort mit dem Rettungsschlitten „Ski-Doo“ auf den Weg zum Verletzten macht.

„Wenn der Skilift am Wochenende in Betrieb ist, sind wir in Kaltenbronn vor Ort. Unter der Woche oder auch im Sommer werden wir über Piepser von der Leitstelle informiert und müssen dann erst zu unseren Einsätzen beispielsweise in Kaltenbronn, Enzklösterle oder auf dem Sommerberg in Wildbad fahren“, erklärt Bergwacht-Helferin Angelika Gießler. Rund 20 aktive Helfer gehen für die Pforzheimer Ortsgruppe der Bergwacht auf Einsätze. Alle sind ausgebildete Rettungssanitäter und verfügen zudem über zahlreiche technische Kenntnisse. Die Bergwacht wird zum einen bei Notfällen im Wintersport alarmiert, aber auch Einsätze in unwegsamem Gelände wie abgestürzte Wanderer an steile Hängen, Felsen oder Schluchten sowie die Rettung aus großen Höhen, wie zum Beispiel Gleitschirmflieger, die sich in Bäumen verfangen haben, gehören zu ihren Aufgaben.

Dennoch: Am meisten sind die ehrenamtlichen Einsatzkräfte im Winter gefordert „Wir hatten einen Winter mit sechs Toten“, berichtet Klaus Anders. Jedes Mal sei es ein verunglückter Langläufer gewesen, der auf der Piste einen Herzinfarkt erlitten habe. „Das ist dann schon schlimm, da haben wir auch dran zu knabbern“, sagt Georg Busato. „Im Sommer sind es dann vor allem Unfälle mit Montainbikern, zu denen wir gerufen werden“, ergänzt Angelika Gießler.

Das Dienstgebiet der Pforzheimer Bergwacht erstreckt sich über die Stadt, den Enzkreis, Teile des Landkreises Calw, Kaltenbronn und Besenfeld. Rund zwölf Einsätze muss jeder aktive Helfer pro Jahr im Durschnitt absolvieren. Und wie bei vielen anderen Vereinen auch, hofft auch die Pforzheimer Ortsgruppe der Bergwacht auf neue, junge Mitglieder.

Die Bergwacht-Helfer haben den Verletzten geborgen, sein schmerzendes Bein stabilisiert und ihn mit dem Ski-Doo abtransportiert. Nun könnte er an den Rettungsdienst übergeben und in ein Krankenhaus gebracht werden. Muss er aber nicht, schließlich war das alles nur eine Übung.