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© Ketterl
20.05.2015

Bluttat in Höfen: Mutmaßlicher Mörder nimmt sich in U-Haft das Leben

Mehr als vier Monate nach den tödlichen Messerstichen auf eine 17-Jährige in Höfen an der Enz (Kreis Calw) hat sich der mutmaßliche Täter das Leben genommen. Der 44-Jährige habe sich in seiner Zelle in der Untersuchungshaft erhängt, teilte die Staatsanwaltschaft Tübingen am Mittwoch mit. Ein Fremdverschulden könne ausgeschlossen werden, dies habe die Obduktion ergeben. Der Mann habe alleine in der Zelle der Justizvollzugsanstalt Rottenburg in Tübingen gesessen. Der Tote war am Sonntagmorgen gefunden worden.

Dem Mann waren Mord und versuchter Mord vorgeworfen worden. Er soll Mitte Januar die 17 Jahre alte Tochter seiner früheren Lebensgefährtin im Streit erstochen haben. Die junge Frau hatte sich schützend vor ihre Mutter gestellt. Die 42-Jährige wurde bei der Attacke schwer verletzt. Nach der Bluttat war der Täter mit einem Auto geflohen. Bei der Verfolgungsjagd mit Polizisten war er schwer verletzt worden.

Seit dem Spätsommer 2014 ist es in den Gefängnissen in Baden-Württemberg wiederholt zu Todesfällen, Suizidversuchen und massiven Gewalttätigkeiten gekommen. Vor allem der Hungertod eines Häftlings in Bruchsal im vergangenen August hatte für Aufsehen gesorgt.