nach oben
Ein Wohnungsvollbrand hat die Neuenbürger Feuerwehr in der Nacht von Samstag auf Sonntag beschäftigt. Das Deutsche Rote Kreuz musste die Anwohner versorgen, die evakuiert und zum Teil zur ärztlichen Versorgung ins Krankenhaus gebracht werden mussten. © Meyer
27.07.2014

Brand in Neuenbürger Gemeindehaus: Bewohner evakuiert

Neuenbürg. Mehrere Verletzte hat der Brand in einem Gemeindehaus der Stadt Neuenbürg an der Alten Pforzheimer Straße gefordert. In der Nacht von Samstag auf Sonntag mussten mehrere Bewohner evakuiert und an anderen Orten untergebracht werden. Die Freiwillige Feuerwehr Neuenbürg konnte verhindern, dass der Dachstuhl komplett ausbrannte. Der Sachschaden: rund 500.000 Euro.

Bildergalerie: Fünf Verletzte bei Brand in Neuenbürger Gemeindehaus

Den Vormittag über untersuchten Kriminaltechniker den Brandort bei Tagessicht, doch ungeachtet möglicher neuer Erkenntnisse geht die Polizei vorerst nicht von Brandstiftung, sondern von einem technischen Defekt oder einem fahrlässigen Umgang mit Strom aus.

Um 22.05 Uhr bemerkten Anwohner aus dem Dachstuhl schlagende Flammen und verständigten die Rettungskräfte. Bis zum Eintreffen der ersten Einsatzkräfte konnte der 56-jährige und Brandverletzungen aufweisende Mieter der Brandwohnung im zweiten Obergeschoss des Hauses durch beherzte Anwohner aus der Wohnung gebracht werden. Die Freiwillige Feuerwehr mit den Abteilungen Neuenbürg, Arnbach und Waldrennach, unterstützt von der Führungsunterstützungseinheit aus Straubenhardt, musste nicht nur einen Wohnungsvollbrand löschen, sie musste auch in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz die weitere Evakuierung der Bewohner in die Wege leiten.

Zuvor galt es für mehrere Atemschutz-Suchtrupps, das Haus nach einer noch im Gebäude vermuteten Person zu durchsuchen. Von den 31 im Haus gemeldeten Personen waren 21 vor Ort. Die Feuerwehrleute fanden jedoch niemand und konnte dann den Brand auf zwei Wegen bekämpfen.

Zum einen löschten Feuerwehrleute vom Gebäudeinneren aus, zum anderen wurde über die Drehleiter von der höher gelegenen Straße aus ein Loch ins Dach gemacht, um von dort das Feuer im inzwischen betroffenen Dachstuhl zu bekämpfen. Das Feuer war von der Wohnung im obersten Stockwerk, so Kommandant Manfred Wankmüller, durch die Decke hindurch in den Dachstuhl und auch auf die hölzerne Außenfassade geschlagen. Seine besonnen zu Werke geheneden Feuerwehrkameraden hätten sehr gute Arbeit geleistet, denn der langgezogene Dachstuhl des Sechs-Perteien-Hauses konnte zum großen Teil gerettet werden, was letztlich wohl auch das oberste Geschoss des Hauses vor einem noch größeren Brandschaden bewahrt hat.

Fünf Menschen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung wurden laut Deutschem Roten Kreuz in Krankenhäusern in Neuenbürg und Pforzheim gebracht, darunter war auch der durch Brandwunden schwerer verletzte 56-Jährige. Bei den verletzten Personen handelt es sich um drei Anwohner sowie um zwei Bewohner des Gemeindehauses. 15 zu betreuende Personen, darunter vier Kinder, mussten die Nacht im Krankenhaus Neuenbürg verbringen, da das Haus mit seinen Sozialwohnungen und zwei Wohnungen für Asylsuchende zumindest vorübergehend unbewohnbar zu sein scheint. Zwei Hausbewohner fanden Obdach bei Verwandten.

Neben der Polizei war die Feuerwehr Neuenbürg mit 65 Einsatzkräften vor Ort, der Rettungsdienst half mit 17 DRK- und zwei ASB-Mitarbeitern, darunter vier Rettungswagen, ein Notarztteam, ein Einsatzleiter sowie ein leitender Notarzt sowie die komplette Neuenbürger DRK-Bereitschaft, die Bereitschaft Pforzheim, die DRK-Gruppe Information und Kommunikation sowie die Kreisbereitschaftsleitung. Der Einsatz dauerte für die Rettungskräfte bis etwa 1 Uhr.

Die Löscharbeiten aber waren erst gegen 2.30 Uhr beendet, danach deckten die Feuerwehrleute noch das Dach ab, um es gegen mögliche weitere Nässeschäden durch Regen zu schützen. Gegen 3.45 Uhr fuhren die Feuerwehrautos zurück zu den Wachen, wo sie aber sofort wieder einsatzbereit gemacht werden mussten. Die Kreisreserve Atemschutz aus Mühlacker musste angefordert werden. Um 4.45 Uhr war schließlich die Nachtarbeit für die Feuerwehr-Freiwilligen vorbei.

Der Sachschaden soll bei rund einer halben Million Euro liegen. Die Ermittlungen wurden noch in der Nacht durch die Kriminalpolizei übernommen und fokussieren sich in Richtung eines technischen Defektes oder eines fahrlässigen Umgangs mit technischen Geräten in der vom Brandwohnung. Hinweise auf Handlungen Dritter liegen derzeit nicht vor.

Leserkommentare (0)