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Um dieses Haus in der Hauptstraße als Flüchtlingsunterkunft ausbauen zu können, muss Engelsbrand rund 140.000 Euro mehr als erwartet in die Hand nehmen. Foto: Recklies/ PZ-Archiv
Um dieses Haus in der Hauptstraße als Flüchtlingsunterkunft ausbauen zu können, muss Engelsbrand rund 140.000 Euro mehr als erwartet in die Hand nehmen. Foto: Recklies/ PZ-Archiv
16.09.2016

Brandschutz treibt Kosten für Engelsbrander Flüchtlingsunterkunft in die Höhe

Engelsbrand. In der Gemeinde Engelsbrand sind derzeit 70 Flüchtlinge untergebracht – zu wenige, wie Bürgermeister Bastian Rosenau in der Ratssitzung am Donnerstag bekanntgab. „Eigentlich hätten wir 15 weitere Asylsuchende bis Ende August bereits aufnehmen sollen“, so der Bürgermeister. Um für diese 15 Menschen nun eine Unterkunft bereitstellen zu können, will die Gemeinde ein Haus in der Engelsbrander Hauptstraße sanieren.

Das Gebäude hatte die Gemeinde Mitte des Jahres für 215.000 Euro gekauft, in einem extra verabschiedeten Nachtragshaushalt weitere 180.000 Euro für die Sanierung eingeplant. Die Umbaupläne, die Peter Möller vom Pforzheimer Architekturbüro „Möller & Gloss“ den Räten am Donnerstag präsentierte, wiesen jedoch viel höhere Zahlen auf: Rund 320.000 Euro sollen die Maßnahmen kosten. Schuld sind neue Brandschutzverordnungen, denen das auszubauende Dachgeschoss des Gebäudes nach Untersuchungen nicht standhalten konnte. „Dem Landratsamt ist der Brandschutz ganz wichtig“, erklärte Möller. In den Reihen der Gemeinderäte machte sich Verwunderung ob der hohen Kosten breit. „Dass wir Haushaltsansätze überschreiten, ist ein grundsätzliches Problem in unserer Gemeinde“, sagte Alexander Mekyska (Lebenswertes Engelsbrand). Fraktionskollege Thomas Kautz sprach von Bauchschmerzen angesichts der unerwartet hohen Ausgaben. Manfred Kleile, SPD und Bürgerliste Engelsbrand, nannte die Kostensteigerung „exorbitant“.

Bürgermeister Bastian Rosenau sprach sich für einen sozialen Wohnungsbau als Wunschlösung aus. Dieser sei jedoch aufgrund der drängenden Zeit nicht verwirklichbar. Das Gebäude in der Engelsbrander Hauptstraße könne innerhalb eines Vierteljahres bezugsfertig gemacht werden.

Das Gremium einigte sich mehrheitlich darauf, die Planungen anzuerkennen. Nun wolle man prüfen, ob etwa bei der Ausstattung des Gebäudes gespart werden könne.

Zur Diskussion stand am Donnerstag auch ein gemeindeeigenes Grundstück in der Unterreichenbacher Straße, unweit des Grunbacher Rathauses. Hier einigte sich der Rat darauf, einen geschotterten Parkplatz anzulegen und die Fläche nicht, wie einmal überlegt, als Containerstandort für Flüchtlinge zu nutzen. Wenn die Unterbringung in der Engelsbrander Hauptstraße fertiggestellt sei, habe man dort noch einen Puffer von zwölf Plätzen, so Rosenau.