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Vor einer 80 Meter breiten Flammenwand  standen die Feuerwehrleute in Heimsheim in der Nacht zum Montag. Die lodernden Strohballen ließen sie kontrolliert abbrennen und verhinderten ein Ausbreiten der Flammen.
Vor einer 80 Meter breiten Flammenwand standen die Feuerwehrleute in Heimsheim in der Nacht zum Montag. Die lodernden Strohballen ließen sie kontrolliert abbrennen und verhinderten ein Ausbreiten der Flammen. © Block
21.09.2009

Brandstifter am Werk: Strohbrände reißen nicht ab

HEIMSHEIM. Einmal mehr haben im südöstlichen Enzkreis Strohballen gebrannt. In Heimsheim loderten die Flammen in der Nacht zum Montag auf einer Länge von 80 Metern. Erneut geht die Polizei von Brandstiftung aus.

Große Strohbrände hatten die Feuerwehren bereits Ende August in Neuhausen und in Wiernsheim in Atem gehalten. In beiden Fällen war die Polizei ebenfalls von Brandstiftung als Ursache der Feuer ausgegangen. Dass sich das Stroh selbst entzündet hat oder beispielsweise durch eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe in Brand geraten ist, halten die Ermittler jedenfalls laut Polizeisprecher Michael Sengle nicht für wahrscheinlich. Im Zuge der Ermittlungen ist man dem oder den möglichen Verursachern der Brände aber noch nicht auf die Spur gekommen. Offen ist auch weiterhin, ob beide Fälle miteinander in Verbindung stehen. Das heißt, ob man von einem oder von mehreren verschiedenen Tätern ausgehen muss.

Riesige Rauchwolke

In Heimsheim wüteten die Flammen in der Nacht zum Montag im Gewann Silberberg. Der Brand war der Polizei kurz vor 22 Uhr gemeldet worden. Das Leuchten und die riesige Rauchwolke, die von den Ballen auf der Höhe ausging, war unten in der Stadt auf der Straße nach Hausen gut zu sehen. Nach den ersten Feststellungen der Polizei hatte ein Unbekannter rund 80 aufgestapelte Rundballen eines landwirtschaftlichen Betriebs in Brand gesetzt. Der Schaden wird auf rund 2500 Euro beziffert.

Die Polizei setzte nach Bekanntwerden des neuerlichen Strohbrandes sofort mehrere Streifen zur Fahndung ein. Es haben sich bislang aber keine weiteren Erkenntnisse zu dem oder den Unbekannten ergeben, heißt es in der Mitteilung der Ermittler. In diesem wie in den beiden letzten Fällen hofft die Polizei noch immer auf Zeugen, die zum Beispiel ein Fahrzeug zur Tatzeit in dem betreffenden Gebiet beobachtet haben. Hinweise zum jüngsten Brand nimmt das Revier Mühlacker unter der Telefonnummer (0 70 41) 96 93 0 entgegen.

Die Feuerwehren aus Heimsheim und Mönsheim versuchten in der Nacht, ein Ausbreiten des Feuers zu verhindern. Zum Löschen hätte man den glühenden Haufen auseinanderziehen müssen und damit eher noch Flurschaden angerichtet, sagte Heimsheims Kommandant Ralf Rüth. Deshalb habe man das Stroh kontrolliert abbrennen lassen. Es könne einen bis zwei Tage dauern, bis alles heruntergebrannt sei, so Rüth. Dem betroffenen Landwirt fehlt nun vor allem das Stroh. In den Fällen in Neuhausen und Wiernsheim hatte es Reiterhöfe getroffen. Den Geschädigten hatten Landwirte mit Stroh ausgeholfen.