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© dpa Symbolbild
03.02.2015

Bretten: Zwist um Moschee-Standort neben Stadtbahnhaltestelle

Bretten (dpa/lsw) - Nach der Kehrtwende im Brettener Gemeinderat zu einem neuen Moschee-Standort sind die Muslime in der Stadt «maßlos enttäuscht». Die Stadtverwaltung und der Gemeinderat hätten «das Unmöglichste geschafft, das Irrationalste, was man machen kann», sagte der Vorsitzende der Grünen Moschee, Akin Batmaz, Medienberichten zu Folge.

Nach monatelangen Querelen hatte sich die Stadt Ende Januar auf einen Standort für den Neubau des Gotteshauses auf einem Areal direkt neben einer Stadtbahnhaltestelle geeinigt. Dafür wurde eine frühere Entscheidung des Stadtparlamentes vom Februar 2014 für einen Standort am Stadteingang aufgehoben. Bei der Abstimmung stand nur noch das neue Grundstück zur Debatte. Es darf dem Beschluss zufolge bloß mit einer Maximalgröße von 3000 Quadratmetern bebaut werden.

«Ich kann nicht verstehen, wie Stadträte, die noch im Februar vor einem Jahr die Hand für die Pforzheimer Straße gehoben haben, jetzt die Hand gegen diesen Standort heben. Das finde ich absolut paradox», sagte Batmaz. «Seit 30 Jahren gibt es unsere Moschee nun schon in Bretten. Wir haben immer ein gutes Miteinander mit den anderen Religionsgemeinschaften und der Bevölkerung gehabt, wir haben seit 25 Jahren den christlich-islamischen Dialog.» Alles sei offen und transparent. «Es gibt hier in Bretten keinen Kampf der Kulturen.»

Die Moschee mit einem 26-Meter Minarett soll etwa 800 Gläubigen Platz bieten. Der Entwurf dafür war nach heftiger Kritik deutlich modernisiert worden. Die Kosten für das neue Gotteshaus trägt die türkische Gemeinde. Die bisherige Moschee ist sanierungsbedürftig.