Erik Schweickert Stimmabgabe
"Der von Bundeskanzlerin Merkel nun unterstützte sogenannte 'Brückenlockdown' ist nur ein neuer Euphemismus, der das Impfchaos und die Strategielosigkeit bei der Corona-Bekämpfung verdecken soll. Wer aber Brücken bauen will, muss auch das Ziel am anderen Ufer kennen", so Schweickert. 

"Brücken ohne Ufer sind nichts Anderes als Luftschlösser": FDP-Landtagsabgeordneter Schweickert kritisiert "Brückenlockdown"

Enzkreis. Erik Schweickert, mittelstands-, handwerks- und einzelhandelspolitischer Sprecher der FDP/DVP Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg, hat die Diskussion um den sogenannten "Brückenlockdown" und dessen indirekte Unterstützung durch die Bundesregierung kritisert. "Der von Bundeskanzlerin Merkel nun unterstützte sogenannte 'Brückenlockdown' ist nur ein neuer Euphemismus, der das Impfchaos und die Strategielosigkeit bei der Corona-Bekämpfung verdecken soll. Wer aber Brücken bauen will, muss auch das Ziel am anderen Ufer kennen", so Schweickert.

Dazu werde aber keine Aussage getroffen. Es zeige sich mal wieder, dass nur ein neuer Begriff für altes Handeln verwendet werde, "nämlich das plumpe Schließen aller wirtschaftlichen Aktivitäten und Abwälzen der Konsequenzen auf die eh schon vor dem Ruin stehenden Unternehmen".

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Schweickert fordert: "Wir brauchen daher endlich ein Ende dieser Corona-Politik durch Schlagworte und eine ernsthafte Strategie." Der FDP-Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Enz nennt drei Leitlininen. Erstens dürfe es keine neuen Belastungen für die Wirtschaft geben, "unnötige Bürokratie, gerade im Mittelstand und Handwerk, muss vermieden werden."

"Wer Brücken bauen will, muss auch das andere Ufer benennen. Ansonsten verkommen diese nur zu Luftschlössern."

FDP-Landtagsabgeordneter Erik Schweickert

Zweitens brauche es endlich gesicherte Kenntnisse, wo Ansteckungen stattfänden, ob Tests Infektionsketten unterbrechen könnten oder wie sich Teilöffnungen von Handel und Gastronomie auf die Infektionszahl auswirkten. "Dazu brauchen wir aber weitere Modellprojekte mit wissenschaftlicher Begleitung und in Verantwortung der Kommunen. Diese zeigen bereits vielfach, dass sie ihren Aufgaben in der Pandemiebekämpfung gerecht werden und sich noch selbst mehr zutrauen, wie die vielen Interessenbekundungen nach Modellprojekten belegen", so der FDP-Politiker.

Als dritten Punkt nennt Schweickert Verlässlichkeit und Planbarkeit. Impfzusagen müssten eingehalten werden, Maßnahmen sich an Kriterien orientieren und endlich Perspektiven für geschlossene Bereiche entwickelt werde: "Wer Brücken bauen will, muss auch das andere Ufer benennen. Ansonsten verkommen diese nur zu Luftschlössern."

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