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Mit Geschenken ist Bruno Bitz in der Ukraine geradezu überschüttet worden. Foto: Seibel/Archiv
Mit Geschenken ist Bruno Bitz in der Ukraine geradezu überschüttet worden. Foto: Seibel/Archiv
21.12.2016

Bruno Bitz: 90-jähriger Ex-Bürgermeister der Gemeinde Weiler hilft immer

Karlsbad/Keltern. Als Bruno Bitz am gestrigen Dienstag seinen 90. Geburtstag in Karlsbad-Ittersbach feierte, konnte der letzte Bürgermeister in der Geschichte des Kelterner Ortsteils Weiler zufrieden auf sein bisheriges Leben zurückblicken. Nach wie vor ist er den Menschen durch seine Hilfsbereitschaft nahe – seit der Atomreaktor-Katastrophe in Tschnernobyl auch vielen Opfern und deren Angehörigen in der Ukraine. Jahrelang reiste er dorthin, um besonders bedürftigen Leuten Geldspenden zu überreichen.

Von Klitschko eingeladen

„Solche Reisen kann oder möchte ich heute nicht mehr unternehmen“, sagt Bruno Bitz im Gespräch mit der PZ. Aber auf seine Überweisungen sind in Not geratene Ukrainer auch heute noch angewiesen. „Zuletzt wurde ich immer wieder vom Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko eingeladen, allerdings musste ich leider absagen“, verrät er. In der Ukraine sind er und seine vor drei Jahren verstorbene aus Niebelsbach stammende Frau Irmgard längst berühmt, Fernsehen und Zeitungen haben mehrfach und in den höchsten Tönen über ihre außergewöhnliche Hilfsbereitschaft berichtet, wobei sich Bitz vor allem und leidenschaftlich um Kinder in und um Tschnerobyl kümmert. Angefangen hatte alles mit einer SPD-Bildungsreise 1989 auf die Insel Krim, als er und seine Frau mit den Problemen des Landes konfrontiert wurden.

Doch auch zu Hause im Enzkreis und im Landkreis Karlsruhe können sich die Leistungen von Bruno Bitz sehen lassen. Das Herz des Sozialdemokraten schlug und schlägt stets für die Schwachen und Ärmsten. Das begann schon nach dem Zweiten Weltkrieg, als der in Weiler aufgewachsene Kommunalpolitiker und gelernte Kaufmann zunächst in zwei Firmen arbeitete. Dann wirkte er als Ratsschreiber in Weiler, eher er zwölf Jahre lang in Ittersbach die Grundbuchstelle leitete und im Oktober 1970 als Bürgermeister ins Rathaus Weiler zurückkehrte. 1972, nach der Gründung der Gemeinde Keltern, fungierte er als Amtsverweser. „Als nach dem Krieg viele Flüchtlinge zu uns kamen, galt es, bei vielen Formalitäten zu helfen“, blickt Bitz zurück, für den das alles eine Selbstverständlichkeit war und ist.

Genauso griff er den Einheimischen unter die Arme, wenn Not am Mann war. Selbst im Alter von 80 Jahren übernahm er noch die ehrenamtliche Betreuung eines geistig behinderten erwachsenen Menschen aus Ittersbach, der in Karlsruhe lebte.

In vielfältiger Weise brachte sich der Jubilar ein: als Kelterner und Karlsbader Gemeinderat, Ittersbacher Arbeiterwohlfahrts- und SPD-Ortsvereinschef, Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank Keltern und Sänger der Eintracht Weiler. Währenddessen zog Irmgard Bitz nach einer Tätigkeit als Buchhalterin in einem Weilermer Uhrengeschäft die beiden Söhne groß. Diese Söhne Ulrich (65) und Thomas (61) und viele Freunde freuen sich darüber, dass Bruno Bitz auch mit 90 Jahren seinen Idealen treu bleibt.