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11.11.2018

Bürger fühlen sich von Verwaltung getäuscht

Engelsbrand. Städtebaulichen Abrundungen sorgten in der Bürgerfrageviertelstunde in Engelsbrand für Unmut und für einen vollen Ratssaal.

Der Grund: Bürger haben Angst, durch die Abrundungen ein großes Haus vor die Nase gesetzt zu bekommen, die Waldhufe mit hohen Bäumen zu verlieren oder ihren bisher freien Blick in die Natur aufgeben zu müssen. „Das wollen wir nicht. Wir haben keine Wohnungsnot“, fasste ein Sprecher in der Gemeinderatssitzung zusammen. „Man hat mir vor Jahren zugesichert, dass da nichts mehr gebaut wird“, machte ein Anwohner aus der Mozart-straße in Salmbach seinem Ärger Luft und befürchtete den Bau von großen Gebäuden.

Dieser Befürchtung widersprach Haupt- und Bauamtsleiter Andreas Herb. „Es geht nur um die Fertigung von städtebaulichen Entwürfen als Grundlage für die weiteren Gespräche mit den Grundstückseigentümern“, betonte Bürgermeister Thomas Keller. Freilich: Die Eigentümer der Grundstücke wurden zwar über mögliche Abrundungen bereits informiert, die betroffenen Nachbarn und Anwohner, die deshalb nur über Halbwissen verfügen, hingegen nicht. Auch der Gemeinderat hat bisher noch keine konkreten Vorstellungen, wie die Abrundungen in allen drei Ortsteilen konkret aussehen könnten. Fest steht: In konsequenter Fortsetzung der Bemühungen der Gemeinde Engelsbrand um eine Entwicklung der Teilorte im Inneren anstatt durch die Ausweisung neuer Baugebiete im Außenbereich habe die Gemeinde wegen zusätzlichen Bedarfs an Bauplätzen Flächen ausarbeiten lassen, die eine Abrundung der Siedlung darstellten, so Herb. Doch wenn es nach der Meinung von betroffenen Bürgern geht, dann liegen längst nicht alle Flächen im Innern der Ortsteile.

Die vorgeschlagenen Flächen, darunter der Verbindungsweg Waldrennacher Straße/Stollscher Weg mit 0,2 Hektar, Stollscher Weg mit 0,4 Hektar, jeweils in Engelsbrand gelegen, der Ganzhornweg mit 0,7 Hektar, die Eichbergstraße mit 0,8 Hektar sowie die Wildparkstraße mit 0,5 Hektar, die alle in Grunbach sind sowie die Mozartstraße in Salmbach mit einer Fläche von 0,9 Hektar, sind bereits überwiegend vorentschlossen oder leicht an das bestehende Netz anzuschließen. Mit der Maßnahme will die Gemeinde die Ortskerne stärken.

Einig wurde sich der Rat schließlich, dass Entwurfspläne von einem Büro ausgearbeitet werden, anschließend auf dem Tisch des Gemeinderats landen und es anschließend eine Infoveranstaltung für Grundstückseigentümer samt betroffener Nachbarn geben wird, deren Meinung dann auch Gehör finden soll. Das Problem ist nur, dass die Zeit drängt: Denn ein neu eingeführter Bauparagraf regelt die Einbeziehung von Außenbereichsflächen im beschleunigten Verfahren.