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Rund 100 Bürgerinnen und Bürger kamen zur Bürgerversammlung in die Königsbacher Festhalle, um ihre Wünsche, Vorstellungen und Kritik an der Gemeindeentwicklung zu artikulieren. Foto: Faulhaber
Rund 100 Bürgerinnen und Bürger kamen zur Bürgerversammlung in die Königsbacher Festhalle, um ihre Wünsche, Vorstellungen und Kritik an der Gemeindeentwicklung zu artikulieren. Foto: Faulhaber
29.05.2016

Bürger haben viele Ideen für die Entwicklung von Königsbach-Stein

Königsbach-Stein. Die Gemeinde Königsbach-Stein ist mit Schulen, Kindergärten, Einzelhandel, Vereinen, Arbeitsplätzen und der Verkehrsanbindung recht gut aufgestellt. Und jeder Ortsteil hat seine Besonderheiten und seinen Charme. Das sieht auch das Büro „Gerhardt.Stadtplaner.Architekten“ so. Im Auftrag der Gemeinde hat das Karlsruher Büro nun ein umfangreiches Gemeindeentwicklungskonzept erstellt, das von den beiden Diplomingenieuren Werner Gerhardt und Karin Kies in der Königsbacher Festhalle vorgestellt und diskutiert wurde.

„Das Gemeindeentwicklungskonzept wird als eine interdisziplinäre Gemeinschaftsaufgabe verwaltungsinterner und -externer Akteure betrachtet und soll mit Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger aufgestellt werden“, sagte Bürgermeister Heiko Genthner in seinen Begrüßungsworten vor rund 120 interessierten Gemeindemitgliedern. Für ein solches, auf die Zukunft gerichtetes Projekt, sei die Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger unabdingbar für ein Gelingen.

Wie der Rathauschef zu Beginn ankündigte, stellten Gerhardt und Kies die gesetzlichen und planerischen, sowie weitere Rahmenbedingungen in einer ausführlichen Präsentation vor, warfen einen Blick auf die aktuelle Situation und nicht zuletzt auf das Potenzial innerörtlicher Entwicklung. „Ein Gemeindeentwicklungskonzept endet eigentlich nie“, unterstrich Gerhardt. „Die Entwicklung ist ein permanenter Prozess, der von den Bürgerinnen und Bürgern beeinflusst wird.“

Fünfzig Minuten lang gingen die Stadtplaner auf Schönes, Erhaltenswertes und weniger Attraktives ein, bevor die Besucher ihre Vorschläge, Wünsche und Kritik am Mikrofon zum Ausdruck brachten. Den Königsbachern und Steinern ging es überwiegend um die Verkehrs- und Parksituation in beiden Ortsteilen, aber auch um die attraktivere Gestaltung schöner Plätze und Quartiere. Von einer Bürgerin aus Stein kam der Vorschlag, die Neue und die Alte Brettener Straße zu Einbahnstraßen umzubauen. Sie bemängelte auch, dass trotz der Innerortsumgehung in Stein noch viel zu viel Durchgangsverkehr gebe. Handlungsbedarf sehen manche Steiner auch im engen Teil der Bauschlotter Straße. „Die Häuser dort sind ein Schandfleck.“

Ein Königsbacher reklamierte, man müsse Plätze wie den Marktplatz in Königsbach, den Platz bei der Kirche und den Aufgang zur Kirche nicht nur gestalten, sondern auch pflegen. Weitere Wünsche, Vorschläge und Kritikpunkte Königsbach betreffend, waren die Aufwertung des Bereichs zwischen Synagoge und Schloss, die Einbindung des Schlosses in das Konzept, die „dramatische“ Parksituation, die Verbannung des Schwerlastverkehrs aus dem Ort, die Nichteinhaltung von Tempo 30 innerorts sowie auf dem Königsbacher Marktplatz. Spielende Kinder seien dort besonders gefährdet. Der Platz vor der Reithalle sollte umgestaltet und die Parksituation geregelt werden.

Eine Weiterführung des Wanderwegs auf dem Kirchberg bis Stein wurde gewünscht, bauliche Tempobremsen und neue Straßenbeläge in den Ortsteilen, anregende Spielplätze, die Aussiedlung von Betrieben aus den Wohngebieten und vieles mehr.