nach oben
15.11.2016

Bürger müssen in Karlsbad tiefer in die Taschen greifen

Karlsbad. Die Gebühren für das Frischwasser in Karlsbad wurden letztmals zum 1. Januar 2012 von 2,25 Euro auf 2,38 Euro pro Kubikmeter zuzüglich Mehrwertsteuer festgesetzt.

Laut einstimmigem Beschluss des Karlsbader Gemeinderats wird diese Gebühr für die Jahre 2017 und 2018 leicht reduziert auf 2,35 Euro netto festgesetzt. Veränderungen gibt es auch bei den letztmals zum 1. Januar 2015 beschlossenen Abwassergebühren, die sich in Schmutzwassergebühren (Menge des Frischwasserzulaufs) und Niederschlagswassergebühren (orientiert an Dachflächen, versiegelten Einfahrten, Hofflächen oder Terrassen) aufteilen. Die Niederschlagswassergebühr erhöht sich von 0,53 Euro auf 0,55 Euro pro Kubikmeter.

Eine Erhöhung um 0,35 Euro auf 1,91 Euro gilt es allerdings für die Bürger bei den Schmutzwassergebühren zu verkraften.

Tatsächliche Kosten

„Wir bewegen uns jetzt im Bereich der tatsächlich anfallenden Kosten“, so Bürgermeister Jens Timm. Beim Frischwasser gehe man bei leicht steigender Tendenz von einer Abgabemenge von rund 800 000 Kubikmeter jährlich aus. Die Zuwächse resultieren aus Neubaugebieten sowie aus der Ansiedlung weiterer Gewerbebetriebe.

Die Auflösung des Eigenbetriebes Wasserversorgung zum 1. Januar 2015 und die Eingliederung als Regiebetrieb in den Gemeindeetat habe sich finanziell positiv ausgewirkt. Zur deutlichen Anhebung der Schmutzwassergebühr erinnert Kämmerin Petra Goldschmidt, dass man in Karlsbad keine eigene Kläranlage betreibe. Aufgrund höherer Personalkosten bei den Zweckverbänden stiegen die Verbandsabgaben der Gemeinde. Hinzu kämen die Kosten aus der gesetzlichen Verpflichtung im Rahmen des allgemeinen Kanalbefahrungsplans, was bedeute, dass die Gemeinde durch Fremdunternehmen regelmäßig das Kanalnetz durch eine technische Befahrung unter die Lupe nehme.

Flächen exakt ermittelt?

Für Jürgen Herrmann (Freie Wähler) stellt sich erneut die Frage, ob die niederschlagswasserpflichtigen Flächen exakt ermittelt sind. „Wir müssen davon ausgehen, dass die erhobenen Daten stimmen“, sagte Bürgermeister Timm. „Jetzt gilt es zu vermitteln, dass wir uns mit den Gebühren im tatsächlichen Selbstkostenbereich der Gemeinde bewegen“, meinte CDU-Chef Roland Rädle. Reinhardt Haas, SPD Fraktionsvorsitzender, wollte wissen, welche Mehrkosten pro Haushalt durch die Anhebung der Schmutzwassergebühren entstehen. Geht man von rund 40 Kubikmeter pro Person und Jahr aus, liegen laut Goldschmidt die Mehrkosten bei rund 14 Euro und damit für eine vierköpfige Familie bei 56 Euro pro Jahr.