nach oben
16.05.2016

Bürger wollen ehrenamtliches Café im alten Rathaus

Das alte Rathaus in Mönsheim liegt im Dornröschenschlaf und wartet auf seine Wiederbelebung. Nachdem sich bislang kein Betreiber für das von den Bürgern gewünschte Café finden ließ, hat sich nun eine Gruppe zusammengefunden, die sich vorstellen kann, ein öffentliches Café ehrenamtlich zu betreiben.

Der Gemeinderat hat sich mit diesem Konzept in einer Klausurtagung befasst. In der öffentlichen Gemeinderatssitzung berichtete Bürgermeister Thomas Fritsch über diese Entwicklung. „Das Ganze wäre vergleichbar mit dem Kulturkreis“, erklärte Fritsch. „Die Ehrenamtlichen würden den Betrieb im Namen der Gemeinde Mönsheim übernehmen.“

Zunächst möchte die Gruppe mit der Öffnung an zwei Wochentagen und einem Sonntag im Monat starten. Geöffnet werden soll zusätzlich zu besonderen Veranstaltungen. Wenn es gut anläuft und sich weitere Mitstreiter finden, könnten die Öffnungszeiten ergänzt werden.

Fritsch berichtete weiter, dass das Konzept in der Klausur Anklang gefunden habe und die weitere Umbauplanung auf dieses Konzept abgestimmt werden soll. Das Café ist im Erdgeschoss geplant, inwieweit auch Räume im ersten Stockwerk benötigt werden, sei jetzt noch nicht abzusehen. Möglich wäre auch, im oberen Geschoss Wohnraum zu schaffen.

Fördertöpfe anzapfen

Gemeinderat Joachim Baumgärtner (BLM) machte darauf aufmerksam, dass man für die Maßnahme auch an eine Leader-Förderung denken sollte. Fritsch erklärte, dass er bereits mit der Leader-Geschäftsstelle gesprochen habe. Die Sachbearbeiterin habe darauf aufmerksam gemacht, dass eine Leader-Förderung und eine Förderung aus dem Landessanierungsprogramm nicht möglich sei. „Man muss ermitteln, welche Förderung der Gemeinde mehr bringt“, sagte Fritsch. Allerdings gab er zu bedenken, dass man für die Leader-Förderung eventuell mit dem Baubeginn warten müsste.

„Ich bin dafür, dass man das Rathaus komplett in Angriff nimmt“, sagte Gemeinderat Walter Knapp (FWG) und lobte nebenbei auch das ehrenamtliche Engagement für das Café. „Man hat festgestellt, dass eine Räumlichkeit in der Größenordnung in Mönsheim gut zu gebrauchen ist, selbst wenn die Ehrenamtlichen irgendwann wegfallen sollten“, stellte Fritsch fest. Für den Cafébetrieb müssten dann noch entsprechende Geräte eingebaut werden.

„Wohnen ist heiß begehrt in Mönsheim“, sagte Gemeinderat Hans Kuhnle (BLM) und plädierte dafür, im oberen Stockwerk ein bis zwei Wohnungen einzuplanen. Er befürwortete eine umfassende Sanierung fürs alte Rathaus, damit man in zehn Jahren nicht nochmals anfangen müsse. Zudem sollte auch die Einrichtung für das Café so ausgelegt sein, dass dieses später möglicherweise doch von einem gewerblichen Betreiber übernommen werden könnte. Fritsch hob hervor, dass für ein öffentliches Café sowieso professionelle Geräte vorgesehen sind.

Kosten für die Gemeinde

Gemeinderätin Stefanie Haindl (FWG) hatte Bedenken, weil hierzu noch keine Zahlen vorliegen. „Der Gemeinderat hat das Heft in der Hand“, betonte Fritsch. „Das alte Rathaus bleibt in Gemeindehand, deshalb müssen wir in Vorleistung gehen und sanieren“, warf Gemeinderat Ewald Knapp (BLM) ein. „Die Küche dürfte zum jetzigen Zeitpunkt noch kein Diskussionspunkt sein.“

Gemeinderätin Kornelia Stahl (FWG) lenkte ebenfalls den Blick auf die Sanierungsarbeiten. „Wir müssen etwas tun und das wird keine billige Sache. Wir reden immer nur von der Fassade, aber Elektro- und Sanitärausstattung werden auch zu Buche schlagen“, sagte sie. „Anlagen, die in Ordnung sind, wird man nicht rausreißen. Aber das Haus hat aufgrund des Alters Mängel“, erklärte Fritsch. Alles was bauphysikalisch anfällt müsse erledigt werden. Den Umbau speziell für die Gastronomie sah er als vergleichsweise gering an. Der Gemeinderat stimmte abschließend der weiteren Planung zu.