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Die Neugestaltung der Schwanner Ortsmitte war im Frühjahr eines der Themen, die in Sachen Standortmarketing der Gemeinde Straubenhardt angesprochen wurden. Im neuen Jahr soll der Prozess wieder an Elan gewinnen.  Falk, PZ-Archiv
Die Neugestaltung der Schwanner Ortsmitte war im Frühjahr eines der Themen, die in Sachen Standortmarketing der Gemeinde Straubenhardt angesprochen wurden. Im neuen Jahr soll der Prozess wieder an Elan gewinnen. Falk, PZ-Archiv
08.12.2016

Bürgerbeteiligung bei Zukunft von Straubenhardt gefragt

Wenn es um Bürgerbeteiligung geht, sind die Straubenhardter eigentlich immer mit Eifer dabei. Ungewohnt schwach fiel im April dieses Jahres das Interesse bei der Auftaktveranstaltung in Sachen Standortmarketing der Gemeinde aus (die PZ berichtete). Damals hatten sich nur rund 20 Bürger an der Diskussion mit der beauftragten Agentur „Gruppe Drei“ aus Villingen-Schwenningen beteiligt.

Im neuen Jahr soll das anders werden. Alexander Doderer und Nico Fieß von der „Gruppe Drei“ stellten im Gemeinderat am Mittwoch einen neuen Zeitplan vor. „Wir wollen den Prozess wieder zum Laufen bringen“, sagte auch Straubenhardts Bürgermeister Helge Viehweg. Ziel des ganzen Projekts ist, die Gemeinde zukunftsfähig zu machen, etwa durch eine Neugestaltung der Ortsmitten. An Dynamik verloren hatte die Sache in diesem Jahr vor allem wegen Diskussionen um mögliche Windräder in Straubenhardt, glaubt Doderer: „Aus der Bürgerversammlung wurde eine Windkraftdebatte.“ Inzwischen hätten sich die Wogen aus seiner Sicht etwas geglättet. Im Januar 2017 kann es also wieder losgehen. Den Auftakt soll dann ein erneutes Treffen mit dem Ziel einer Vereinsgründung bilden, so Doderer. Diesmal will die „Gruppe Drei“ aber gezielter Personen anschreiben: „20 bis 30 interessierte Bürger sollen einen Verein gründen und den harten Kern bilden.“

„Entsetzt“, zeigte sich Freie-Wähler-Gemeinderätin Angela Gewiese angesichts der geplanten Vorgehensweise. „Da fällt der Bürger hinten runter“, sagte Gewiese. Sie sieht die Gefahr, dass aus dem Projekt ein neuer oder größerer Wirtschaftsbund werde, mit nur Vertretern aus dem Gewerbe. Doderer widersprach: „Wir brauchen erst die Institution und dann die Bürger.“ Deshalb wolle man beim neuen Versuch gezielt Menschen mit Verständnis und Potenzial für die Sache ansprechen. „Wenn wir die Vereinsbasis gefunden haben, wollen wir wieder in die Breite gehen und alle Bürger ins Boot holen“, sagte Viehweg. Eine Erweiterung des Wirtschaftsbunds wolle man auf keinen Fall anstreben, gemeinsame Gespräche mit diesem soll es aber geben. Freie-Wähler-Fraktionsvorsitzender Horst Reiser gab den Tipp, alles etwas konkreter zu gestalten: „Der Auftakt im Frühjahr war zu abstrakt. Ich würde einen neuen Versuch wagen und alle Bürger einladen.“