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Bürgerinitiative „Leise A8“ fordert besseren Lärmschutz © Fotomoment
14.09.2013

Bürgerinitiative „Leise A8“ fordert besseren Lärmschutz

Niefern-Öschelbronn. Auf eine hohe Resonanz ist an diesem Samstag die Kundgebung der Bürgerinitiative „Leise A8“ auf dem Nieferner Marktplatz gestoßen. Vor annähernd 250 Zuhörern erläuterte Bernd Schuster als Vorsitzender des Vereins, warum beim geplanten sechsspurigen Ausbau der Autobahn im Enztal der Lärmschutz für die Anwohner noch stark verbessert werden müsse.

Bildergalerie: Demo für eine leise A8 in Niefern

Niefern Öschelbronns Bürgermeister Jürgen Kurz hieb in dieselbe Kerbe, kritisierte die seit nunmehr acht Jahren umstrittenen Überlegungen der Planer des Regierungspräsidiums (RP) in Karlsruhe und kündigte an, die Gemeinde werde vor die Gerichte ziehen, sollte das RP nicht umdenken und an seinen Plänen festhalten. Die Kundgebung besuchten auch Heiko Faber, der Rathauschef aus der Nachbargemeinde Kieselbronn, und der FDP-Landtagsfraktionsvorsitzende Hans-Ulrich Rülke.

Aus Sicht der Initiative „Leise A8“ ist der geplante knapp 400 Meter lange Lärmschutzdeckel am Nieferner Enzberg zu kurz. „Wir setzen uns dafür ein, diese Einhausung auf 800 Meter zu verlängern“, sagte Bernd Schuster. So könne der Verkehrslärm von täglich künftig rund 100.000 Fahrzeugen wirkungsvoll geschluckt werden. Außerdem könne der Deckel begrünt werden, das sei für die Anwohner auch eine Lösung, die landschaftlich besser sei: „Ein Monstrum wie die bis zu 18 Meter hohen Lärmschutzwände am Nieferner Enzberg ist den Anwohnern nicht zuzumuten.“ Schuster forderte das RP zudem auf, weitere Lärmquellen, so den Ausbau der Raststätte mit mehr Parkplätzen als bisher, die vierspurige Erweiterung der B10 bei Niefern und den Bahnverkehr im Enztal zu einer Gesamtbetrachtung zusammenzufassen.

Bürgermeister Jürgen Kurz hofft darauf, die neue Regierungspräsidentin Nicolette Kressl könne den gordischen Knoten im jahrelangen Streit um einen wirkungsvollen Lärmschutz durchschlagen: „Weil der frühere RP-Chef Kühner und seine Planer stur geblieben sind, ging es nicht vorwärts.“ Immerhin prüfe das RP unter Kressl nun Varianten, die Raststätte zu verlegen. „Von zehn möglichen anderen Standorten sind nun noch vier im Gespräch“, so Kurz. Er hatte diese Überlegung ins Spiel gebracht, damit die Autobahn an dieser Stelle und weiter in Richtung Wurmberg nicht mehr so hoch gebaut werden muss wie bisher vorgeschlagen. Die Gemeinde befürchtet, dass bei einer um fast zehn Meter höheren A8 mehr Verkehrslärm zu den Wohngebieten in Niefern und Öschelbronn dringt. „In Friolzheim und Nöttingen, wo die Fahrbahnen um viele Meter tiefer abgesenkt werden, hat das RP ja gezeigt, wie man es richtig macht“, sagte der Schultes.

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