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Symbolbild: Seibel
Symbolbild: Seibel
14.12.2016

Bürgermeister Hopp bestellt Polizeischutz für Gemeinderatssitzung

Knittlingen. Höchst ungewohnte Gäste haben am Dienstagabend die Sitzung des Knittlinger Gemeinderats in der Weissachtalhalle in Freudenstein verfolgt: Weil ein Bürger zuletzt immer wieder negativ aufgefallen war, hatte Bürgermeister Heinz-Peter Hopp diesmal die Polizei dazu bestellt. Nicht weil er, – wie er zunächst noch witzelte – Personenschutz brauche, sondern weil er dafür Sorge trage, dass die Sitzungen des Gremiums ohne Störung verlaufen.

Bei besagtem Bürger handelt es sich um Jochen Stöhr, der Hopp als Lügner bezeichnet und ihm Amtsmissbrauch in zahlreichen Fällen vorwirft. Dies hatte der Knittlinger in einer Sitzung am 8. November lautstark geäußert – und zwar „mit erhobenen Fäusten“ wie Hopp sich erinnert. Daraufhin verwies der Verwaltungschef ihn des Saals und sprach ein Hausverbot aus. Dieses jedoch gilt nur für die jeweilige Sitzung, muss also jedes Mal erneut ausgesprochen werden, weshalb sich Stöhr seinem Bürgerrecht bediente und sowohl die darauffolgende Sitzung am 29. November als auch jene am Dienstagabend besuchte.

„Ich kenne meine Rechte gut“, sagte er im Gespräch mit der PZ. Am Dienstag nun kam Stöhr eine halbe Stunde zu spät und verpasste deshalb die Einwohnerfragestunde. Daher durfte er sich nicht mehr zu Wort melden und tat dies auch nicht. Hätte er dies auf aggressive Art und Weise getan, hätten die zwei Polizeibeamten des Polizeipostens Maulbronn, die geschlagene zwei Stunden vor dem Sitzungssaal ausharrten, eingegriffen.

Nun könne man meinen, die Polizei hätte dieser Tage, in denen hierzulande fast täglich Einbrecher unterwegs sind, besseres zu tun. Doch Polizeisprecherin Sabine Doll weißt daraufhin, dass eben auch solche Dinge Aufgabe der Polizei sind. Amtshilfe nenne sich das, wenn eine Behörde einer anderen hilft. Und dazu sei die Polizei in Deutschland verpflichtet.

Einen Kurzkommentar sowie und weitere Hintergründe zum Thema lesen Sie am Donnerstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.