nach oben
Jürgen Kurz
Jürgen Kurz
08.10.2015

Bürgermeister Kurz: „Für Flüchtlinge den sozialen Wohnungsbau wiederbeleben“

Niefern-Öschelbronns Bürgermeister Jürgen Kurz macht sich für günstige Wohnungen stark, um der stark steigenden Zahl von Asylsuchenden Herr zu werden.

Die Zahl der Flüchtlinge im Enzkreis steigt unaufhörlich. Im vergangenen Monat musste das Landratsamt für rund 220 Asylsuchende eine vorläufige Unterkunft besorgen. Zum Vergleich: Im September vor einem Jahr kamen 80 Asylbewerber in den Enzkreis. Bis Dezember fehlen laut Kreisverwaltung rund 500 Plätze. „Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum, das ist auch neben Sprache und Arbeit ein wichtiger Baustein für die Integration von Flüchtlingen“, sagt Niefern-Öschelbronns Bürgermeister Jürgen Kurz.

Die Rathauschefs im Kreis hielten es für dringend nötig, den sozialen Wohnungsbau wieder zu beleben, so Kurz, der zudem Vorsitzender der Bürgermeistergruppe und Vizepräsident des Gemeindetags Baden-Württemberg ist.

Doch woher preiswerte Wohnungen nehmen? Die Zahl der Sozialwohnungen sei von rund 2,5 Millionen im Jahr 2002 auf 1,4 Millionen (2014) gesunken, verweist Kurz auf eine aktuelle Untersuchung des Städte- und Gemeindebunds. Außerdem seien zuletzt jährlich etwa 100 000 Wohnungen aus der Sozialbindung gefallen. Der Neubaubedarf sei auch deshalb so hoch, weil immer mehr Flüchtlinge ein Bleiberecht haben.

Die Bundesregierung erhöhe nun die Fördermittel für den sozialen Wohnungsbau, eine „Konzentration auf größere Städte mit angespannter Wohnungslage“ lehnt der Schultes aber ab. Eine nachhaltige Ansiedlungsperspektive sei gerade in kleineren Orten unerlässlich. Die Bevölkerung in den Gemeinden dürfe nicht überfordert werden.

Ein weiteres Instrument für günstige Wohnungen könnten Steueranreize sein: „Wenn die Absetzungsmöglichkeiten erhöht werden, würde das sicher auch den privaten Wohnungsbau ankurbeln.“

Mehr lesen Sie am Freitag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.