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09.03.2012

Bürgermeister-Dinner bei Neuenbürgs Horst Martin

Es ist eine Frage der Herkunft. Für die Schwaben sind Kartoffelschnitz mit Spätzle der Gaisburger Marsch. Für die Badner sind es Verheierte. Schmecken tut’s allen – den Schwaben, Bettina Mettler und Bastian Rosenau, aber auch den gebürtigen Badnern, Carsten Lachenauer und Horst Martin.

Beim Bürgermeister-Dinner eint die vier aber nicht nur ihre Liebe zu gutem Essen. Auch bei der Zusammenarbeit ihrer Gemeinden sind sie auf den Geschmack gekommen. Und so werden mit den Gängen – diesmal kredenzt vom Neuenbürger Rathauschef Martin – neue Pläne und laufende Projekte aufgetischt.

Geradezu passend scheint die Vorspeise, der Gaisburger Marsch oder eben die Verheierte. Haben die vier Gemeinden doch erst kürlich einen Deckel auf die Kooperation der Standesämter gemacht. So sollen beispielsweise Mitarbeiter aus Schömberg bei Bedarf in Neuenbürg einspringen und andersrum. Lachenauer: „Das ist wichtig. Denn im Krankheitsfall können Dinge wie die Anerkennung einer Vaterschaft oder Bescheinigungen im Todesfall nicht liegenbleiben.“

Pläne am Köcheln

Zügiges Handeln ist von den Rathauschefs und ihren Gemeinderäten momentan auch beim Thema Windenergie gefragt. Da die Landesregierung deren Ausbau per Gesetz erleichtern will, ist derzeit überall einiges am Kochen. Bis September müssen die Gemeinden in ihrem Flächennutzungsplan Bereiche für die Windkraftnutzung ausweisen.

Einen Vorgeschmack bietet Engelsbrand. Die Gemeinde hat bereits eine Firma, mit der sie das Windkraftprojekt umsetzen will – unter Einbeziehung der Bürger, betont Bürgermeister Rosenau: „Wir haben alles öffentlich beraten. Auch planen wir einen Bürgerentscheid und Engelsbrander sollen sich, wenn Windkrafträder gebaut werden, daran beteiligen können.“ Zwar gebe es von manchen Seiten bereits etwas Gegenwind. Doch nach Rosenaus Eindruck sei die Einstellung der Bürger eher positiv.

Dass die Windenergie nicht jedem schmeckt, hat auch Schömbergs Bürgermeisterin Mettler bereits erfahren, unter anderem bei der Infoveranstaltung in Langenbrand. Einige Sorgen und Ängste der Bürger sollen nun in die Flächennutzungsplanung einfließen, insbesondere der Wunsch nach einem größeren Abstand zur Wohnbebauung. Mettlers Rezept: „Wichtig ist, dass Windkraft tatsächlich nur dort entsteht, wo sie auch einen Ertrag bringt. Dabei geht es nicht nur ums Geld, sondern vor allem um die Energie.“

Weniger Kraft investiert Unterreichenbach in das Thema Windenergie. „Das Potenzial in Kapfenhardt wird als gering bewertet“, so Lachenauer. Trotzdem blickt er gespannt auf die Entwicklung um seine Gemeinde herum, weiß aber auch: „Es ist schwierig in konkrete Planungen einzusteigen, solange das Land keine Aussagen über Schutzgebiete macht und noch keine Entscheidung über den Nationalpark getroffen ist, der ja Windenergie ausschließt.“

In der Diskussionen will auch Neuenbürg nichts anbrennen lassen. Bürgermeister Martin: „Es ist aber der Wunsch des Gemeinderats, mit den Nachbarkommunen in diesem Punkt zusammenzuarbeiten.“ So wird nicht nur gutes Essen, sondern auch die Windkraft die Bürgermeister wieder an einen Tisch bringen.

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