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Fasching, Narren, Hexen, Guggenmusik

Schaurig-schön bis richtig gruselig: Wilde Kreaturen aller Art zelebrierten in Ittersbach schwäbisch-alemannisches Brauchtum vom Feinsten. Foto: Weber
Schaurig-schön bis richtig gruselig: Wilde Kreaturen aller Art zelebrierten in Ittersbach schwäbisch-alemannisches Brauchtum vom Feinsten. Foto: Weber
Marschrhythmen stimmten Fanfarenzüge und Guggenmusiker an. Foto: Weber
Marschrhythmen stimmten Fanfarenzüge und Guggenmusiker an. Foto: Weber
Mit dabei die „Philippsburger Geese“, gefolgt von den Hexen aus Straubenhardt. Foto: Weber
Mit dabei die „Philippsburger Geese“, gefolgt von den Hexen aus Straubenhardt. Foto: Weber
04.02.2018

Buntes Ittersbacher Faschingsspektakel auf zwei Kilometern

Karlsbad-Ittersbach. Heiße Rhythmen sorgten trotz Schneefall beim Umzug in Ittersbach für beste Stimmung. Die seit 34 Jahren bestehende Narrenzunft bietet damit einen der Höhepunkte der Straßenfasnacht in der Region. Mehr als 10 000 Besucher säumten gestern die zwei Kilometer lange Umzugstrasse. 75 Gruppen mit über 2000 Teilnehmern, darunter etwa 1600 Hästräger, zelebrierten Brauchtum vom Feinsten.

Der Ittersbacher Zunft gelingt es immer wieder, bei diesem Spektakel neue Formationen zu begrüßen. Dies ist ein Verdienst der eigenen Hästräger mit Hexengruppe, den „Jaköblen“ und „Stöckmädlen“, die alljährlich zahlreiche Umzüge, Narrentreffen und Brauchtumsabende bereichern, was mit Gegenbesuchen honoriert wird. So waren in diesem Jahr erstmals in Ittersbach die historische Zunft aus Adelsberg im Kreis Lörrach mit ihren „Zweidotter-Hühnern“ und die noch junge Zunft aus Gaggenau-Freiolsheim mit den grimmigen und lachenden Masken der „Holzschuhbohrer Freisle“ mit dabei. Neu waren auch die Bad Herrenalber Klosterdämonen, die „Rheinwald-Hexen“ aus Ersingen und die Lahrer mit ihren sagenumwobenen Gestalten, den „Grusilochzottli“.

Die auch beim Veranstalter in Ittersbach gepflegte schwäbisch-alemannische Brauchtumsfasnacht wurde sehr eindrucksvoll repräsentiert unter anderem durch die gruseligen „Forlewald Wolfshexen“ aus Kenzingen, die für bunte Rauchschwaden sorgenden „Feuerseehexa mit Deifel“ aus Gechingen, wie auch durch die „Hexenzunft Rötenberg“ mit Fell und Fuchsschwanz im Häs.

Alte Bekannte, neue Gesichter

Für den richtigen Marschrhythmus und schunkelnde Zuschauerreihen sorgten die zahlreichen schrägen Klangkörper wie die heimischen „Guggugs-Gugge“, die „Radaugugge“ aus Spessart, die „Russegugge“ aus Auerbach oder die „Chaos Moggel“ aus Schöllbronn. Mit dabei die „Buschbachgugge“ aus Oberweier und die „Dannazäpfle“ aus Schielberg, als erste Gugge-Musik im Albtal, sowie der Fanfarenzug Schwann. Zu den Gruppierungen aus dem Raum Karlsruhe/Ettlingen gehörten die Narrenzunft Schöllbronn mit „Retzberghexen“ und „Moggel“, die „Bernbacher Dorfhexen“, die „Waldbronner Hexen“, bis zu den „Schlosseulen“ der Narrengilde Ettlingen. Seit Jahren mit dabei die Ettlinger „Horrbachdeifl“ der historischen Bürgerwehr.

Eindrucksvoll präsentierten sich auch die Narren-Vereine aus dem Raum Pforzheim/Enzkreis. Darunter die Huchenfelder „Keibelhexen“, aus Dillweißenstein kamen die „Kräheneck-Hexen“ und aus Birkenfeld die „D’Lumba Diera Hexen“. Remchingen war mit dem „Pfinztroll“ vertreten und aus Wilferdingen kamen die „Keltereck-Esel“ unter einer sehr schönen Häs mit 700 Filzläppchen. Nicht fehlen dürfen die „Ebbtrolls“ aus Bilfingen und die noch junge Zunft aus der Nachbargemeinde Straubenhardt mir ihrer Hexengruppe. Am Rathausplatz hat Zunftsprecher Daniele Antonicelli die Zünfte näher vorgestellt.

Als Bereicherung hatten örtliche Vereine entlang der Umzugstrasse Buden und Stände zur Versorgung der vielen Gäste aufgebaut. Unter Sicherheitsaspekten waren die Zufahrten mit Lastwagen zugestellt. Bedenklich stimmen muss die große Zahl offensichtlich alkoholisierter Minderjähriger, die trotz deutlicher Polizeipräsenz und Ordnerdiensten ständig die Umzugstrasse querten.