„Busfahren in der Region muss sexy werden“

Enzkreis. Die CDU-Kreistagsfraktion hat weiter den öffentlichen Nahverkehr im Blick. Nach dem Vorstoß für eine neue Stadtbahn zwischen Ittersbach, Pforzheim und Heckengäu/Biet hat man laut Fraktionschef Günter Bächle bei einer Klausurtagung in Wimsheim zusammen mit Pforzheimer Stadträten das Ziel ausgegeben, die Fahrgastzahlen von Bus und Bahn bis 2030 zu verdoppeln. Ein Ziel, das Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) für das Land verfolgt. Referenten waren Axel Hofsäß, Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Pforzheim-Enzkreis (VPE), und Matthias Lieb, Landesvorsitzender des VCD.

Derzeit entsteht der Nahverkehrsplan für den Enzkreis und Pforzheim. Räte wie Remchingens Bürgermeister Luca Prayon sprechen sich für klare Zielvorgaben aus, Verwaltung und VPE müssten dann die notwendigen Maßnahmen und Finanzierungen ausarbeiten. Man sei bereit, mehr für öffentlichen Nahverkehr auszugeben, so Bächle.

Hier sei auch die Stadt Pforzheim gefordert, sagte Marianne Engeser, Vorsitzende der CDU-Gemeinderatsfraktion. Die Signale der Pforzheimer Verwaltungsspitze, so Hofsäß, seien wenig hoffnungsvoll. Der Nahverkehrsplan sei in zeitlichem Verzug, weil der Stadt eigenen Angaben zufolge personelle Ressourcen und Finanzmittel zur Ausweitung von Angeboten fehlten.

„Busfahren muss sexy werden“, sagte der Birkenfelder Kreisrat und Bürgermeister Martin Steiner. Laut Hofsäß sind Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Freundlichkeit dafür entscheidend. „Fahrpläne müssen konsequent verdichtet und vertaktet sein“, meint Lieb. Für ihn ist Nahverkehr dann erfolgreich, wenn auch Gelegenheitsfahrer zurechtkommen, ohne erst studieren zu müssen, wann der nächste Bus fährt.