Symbolbild Motorrad
Im Enzkreis häufen sich die Beschwerden über Motorradlärm. Nun gibt es tatsächliche Datengrundlagen. 

CDU fordert Maßnahmen gegen Motorradlärm: Beschwerden im Enzkreis nehmen zu

Enzkreis. Die Resultate der vom Verkehrsministerium in Auftrag gegebenen Untersuchung über Motorradlärm untermauert nach Auffassung von Enzkreis-Landrat Bastian Rosenau die Wahrnehmungen vieler Menschen im Landkreis, die unter Verkehrslärm leiden. In der Antwort auf eine Anfrage des Vorsitzenden der CDU-Kreistagsfraktion, Günter Bächle aus Mühlacker, welche Folgerungen die Kreisverwaltung aus den Ergebnissen ziehe, kündigte er an, Erkenntnisse aus eigenen Lärmmessungen des Enzkreises vorlegen zu wollen. Einen Termin nannte er nicht. Darüber informiert die CDU in einer Pressemitteilung.

Eigene Untersuchen hierzu habe der Landkreis nicht angestellt, zumal der Enzkreis auch keine ausgewiesenen Motorradstrecken habe. „Allerdings befragen wir Anwohner der direkten Lärmdisplay-Standorte systematisch nach ihren Wahrnehmungen und werden die Ergebnisse nach Abschluss der Auswertungen bekanntgeben“, so Rosenau. Das Gerät sei nach entsprechendem Kreistagsbeschluss und Förderung durch das Land beschafft worden und stehe aktuell in Iptingen, bevor es im Sommer dann an der Kreisstraße zwischen Schellbronn und Unterreichenbach aufgebaut werde.

In die vom Verkehrsministerium beauftragte Untersuchung flossen die Ergebnisse von 27 Landkreisen und 93 Strecken ein, so Fraktionssprecher Bächle. Diese Zahlen seien öffentlich abrufbar. Zwar sei in der Stadt Pforzheim an fünf Stellen gemessen worden, aber der Enzkreis sei nicht mit von der Partie gewesen, was sehr bedauerlich sei.

Handlung wenn Rechtsgrundlage da ist

Immerhin gebe es nun erstmals eine umfangreiche Datengrundlage zur tatsächlichen Lärmbelastung durch Motorräder, so der Christdemokrat. Hier könne vor Ort nun gehandelt werden, wenn die Rechtsgrundlagen vorhanden seien. Dies sieht der Landrat ebenso. Derzeit fehle es an wirksamen rechtlichen Voraussetzungen, so Rosenau. Aus diesem Grund habe sich der Enzkreis nach der Zustimmung durch den Kreistag auch der Motorradlärm-Initiative Baden-Württemberg angeschlossen. Die dort genannten Forderungen nach gesetzlichen Änderungen, wie leisere Fahrzeuge oder verpflichtend-rücksichtsvollere Fahrweise, unterstütze der Landkreis nachdrücklich.

Der Mühlacker Stadt- und Kreisrat Günter Bächle berichtete, die Beschwerden über „sich hinauswachsenden Motorradlärm nehmen zu“. Er führte Beschwerden von Anwohnern von Steigungsstrecken der B 10 in Mühlacker und der B 35 bei Lienzingen an. „Die Menschen haben nicht den Eindruck, dass gehandelt wird.“ Das Motorradfahren solle niemand vergällt werden, es müssten nur die Interessen beider Seiten berücksichtigt werden.

Besonders auffällig sind Beschwerden über Motorradlärm am Wochenende und in den Sommermonaten. Das betreffe viele Anwohner entlang beliebter Ausflugsstrecken. Demnach sei etwa jedes dritte Motorrad bei der Vorbeifahrt lauter als 90 dB(A). Bächle: „Die Menschen fordern, dass die Politik endlich handelt – möglichst auf allen Ebenen.“