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Sie sind die dominierenden Personen in der Kreis-CDU: Viktoria Schmid (Landtagsabgeordnete), die stellvertretenden Kreisvorsitzenden Ferry Kohlmann, Martin Gegenheimer und Marianne Engeser (Landtagsabgeordnete), Kreis-Chef Gunther Krichbaum (Bundestagsabgeordneter) und Schriftführer Jochen Birkle (von links). Foto: Seibel
Sie sind die dominierenden Personen in der Kreis-CDU: Viktoria Schmid (Landtagsabgeordnete), die stellvertretenden Kreisvorsitzenden Ferry Kohlmann, Martin Gegenheimer und Marianne Engeser (Landtagsabgeordnete), Kreis-Chef Gunther Krichbaum (Bundestagsabgeordneter) und Schriftführer Jochen Birkle (von links). Foto: Seibel © Seibel
17.10.2015

CDU-Kreisvorsitzender Krichbaum wiedergewählt - Zentrales Thema: Flüchtlinge

Friolzheim. Beim Nominierungsparteitag der Kreis-CDU am Freitagabend in Friolzheim wurde CDU-Kreisvorsitzender Gunther Krichbaum in seinem Amt bestätigt. Das dominierende Thema war jedoch ein anderes. Kein Weg führt derzeit an der Flüchtlingsproblematik vorbei.

Sowohl Bürgermeister Michael Seiß als auch der alte und neue Kreisvorsitzende, der Bundestagsabgeordnete Gunther Krichbaum, – beide mündlich – als auch Marianne Engeser, als Nachfolgerin von Christine Stavenhagen eine der drei Stellvertreter Krichbaums, – im Geschäftsbericht – gingen auf das Thema ein, das die öffentliche Debatte beherrscht wie kein zweites.

Seiß warnte: „Die Stimmung droht nicht zu kippen – sie schlägt bereits um.“ Er ermahnte die CDU, die Sorgen der Bürger ernst zu nehmen und die Ehrenamtlichen nicht zu überstrapazieren. Die Zahl derer wachse, die über den Ausspruch der Kanzlerin – „Wir schaffen das“ – nur noch den Kopf schüttelten.

„Wir schaffen das – aber nicht alleine“, lautet das Credo Krichbaums, der schilderte, vor welche dramatische Entscheidung Kanzlerin Angela Merkel in jener Nacht auf den 5. September gestanden habe. Krichbaum unterstrich den Wert des „C“ im Namen der christdemokratischen Partei. Menschen in Not, Schutzsuchenden zu helfen, sei ein Gebot der Humanität und der Nächstenliebe. Kritik übte Krichbaum sowohl am Koalitionspartner SPD als auch an den Partnern innerhalb des vereinten Europa: Hätte sich die SPD bis zum jüngsten Asylkompromiss nicht gegen die Benennung Albaniens, des Kosovo und Montenegros als „sicheres Herkunftsland“ gesträubt, hätte manche Härte zugunsten der tatsächlich bleibeberechtigten Kriegsflüchtlinge aus Syrien, Irak oder Afghanistan abgefedert werden können. Im Enzkreis machen Menschen aus den West-Balkan-Staaten, die – freiwillig oder im Zuge der Abschiebung – zurück müssen, rund 60 Prozent der Asylsuchenden aus.

Krichbaum kritisierte scharf die als unsolidarisch betrachtete Haltung einiger EU-Länder – sei es Großbritannien oder auch osteuropäische Staaten, die sich einer Aufnahme oder einer Quote wiedersetzten. „Solidarität ist keine Einbahnstraße“, so Krichbaum. Er erinnerte an die Unterstützung des Westens für die neuen Demokratien nach dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ und drohte unverhohlen mit finanziellen Maßnahmen.

Mit Blick auf die Wiedervereinigung vor 25 Jahren sagte Krichbaum zu den rund 130 Delegierten: „Glauben Sie ja nicht, dass dies mit der heutigen Führung in Russland möglich wäre.“