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Ohne Religionsfreiheit gibt es keinen Frieden in einer Gesellschaft: Davon ist der CDU/CSU Bundestagsfraktionschef überzeugt. In Heimsheim erläuterte er, warum er das so sieht.
Ohne Religionsfreiheit gibt es keinen Frieden in einer Gesellschaft: Davon ist der CDU/CSU Bundestagsfraktionschef überzeugt. In Heimsheim erläuterte er, warum er das so sieht.
27.08.2017

CDU-Politiker Volker Kauder spricht in Heimsheim über die Verfolgung von Christen

Die Geschicke der CDU/CSU-Bundestagsfraktion lenkt Volker Kauder seit 2005 – so lange wie keiner seiner Vorgänger. Und er gilt als einer, dem das „C“ im Parteinahmen am Herzen liegt.

Als der Südbadener unter den Bäumen vor dem Schleglerschloss in Heimsheim seinen Vortrag „Einsatz für Religionsfreiheit und gegen Christenverfolgung“ beendet und den Besuchern Gottes Segen wünscht, rufen einige der etwas über 100 Besucher der CDU-Veranstaltung laut „Wiederkommen!“ Der Mann trifft mit dem Thema, dem er sich seit Jahren widmet, einen Nerv bei seinen Zuhörern. Und jeder merkt Kauder an, dass da einer aus voller Seele bei der Sache ist.

Gunther Krichbaum, Bundestagsabgeordneter und Unionskreisvorsitzender, hatte schon bei der Begrüßung darauf verwiesen, wie oft Kauder die weltweiten Brennpunkte in Sachen bedrohter Religionsfreiheit selbst bereise. So legte der Spitzenpolitiker in Heimsheim auch einen Erfahrungsbericht ab – trotz Wahlkampf fast ohne parteipolitische Seitenhiebe – ganz so, wie Krichbaum es angekündigt hatte.

Ein Kernsatz Volker Kauders lautet dabei: „Wo es keine Religionsfreiheit gibt, gibt es überhaupt keine Freiheit.“ Deshalb sei es ihm so wichtig, wieder und wieder anzusprechen, wenn Menschen ihres Glaubens wegen bedrängt oder gar getötet würden. Weil Christen wegen des biblischen Missionsauftrags weltweit verbreitet seien, seien sie auch am stärksten Verfolgungen ausgesetzt. Mindestens 100 Millionen Menschen seien betroffen – „wahrscheinlich noch weit mehr“, so Kauder. Dann schildert er die Situation in Ländern, in denen Christen in besonders großer Gefahr seien: Nordkorea, Teilen Indiens und in vielen muslimischen Ländern, vorneweg Saudi-Arabien oder Pakistan. Kritisch äußert sich Kauder auch über die Türkei.

Missionsziel Deutschland

Dass man da als Politiker einer Regierungspartei beispielsweise bei Saudi-Arabien in Zwickmühlen geraten könne, bekennt Kauder offen. Auch kritische Nachfragen etwa zur Mission nimmt er offen auf. Die Bibel sei da eindeutig. Allerdings seien deutsche Christen da ganz besonders im eigenen Land gefordert. Als er Deutschland als Missionsland schildert, in dem auch viele, die „das christliche Abendland“ verteidigen wollten, weit weg von den Werten der Religion seien, erhält er Beifall.

Kauder nehme sich eines Themas an, das lange von der breiten Öffentlichkeit vernachlässigt worden sei, sagt Nieferns evangelischer Pfarrer Mathias Götz im Publikum. Sein Kirchenbezirk Pforzheim-Land hält Fragen der Religionsfreiheit und Verfolgung hoch. Und das Interesse nehme zu, beobachtet Götz. Auch weil diese Fragen durch die Flüchtlingsbewegungen auch hierzulande immer drängender würden.